Katalog

Regulierung der Strom- und Gasmärkte: VKU stellt Forderungen an Gesetzgeber

Die Regulierung kommt - aber wie? Das steht derzeit noch in den Sternen und deshalb wollen die kommunalen Versorger an der Gestaltung mitwirken. Laut VKU dürfen die wirtschaftlichen Grundlagen der Unternehmen nicht gefährdet werden. Diese und weitere Forderungen hat der Verband in einem Katalog zusammengestellt, den er heute in Berlin bekannt gab.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) will an der Gestaltung einer staatlichen Regulierungsinstanz für die Strom- und Gasmärkte mitwirken. "Auch wenn wir die Selbstregulierung durch sog. Verbändevereinbarungen bevorzugt hatten, akzeptieren wir die Vorgaben der EU zur Einrichtung nationaler Regulierungsstrukturen", erklärte VKU-Präsident Gerhard Widder heute auf einer Pressekonferenz in Berlin, bei der ein Forderungskatalog des VKU-Präsidiums an den Gesetzgeber vorgestellt wurde.

Laut VKU müsse eine Regulierung allen Marktakteuren in erster Linie Rechtssicherheit vermitteln und dürfe die wirtschaftlichen Grundlagen der Unternehmen nicht dadurch gefährden, dass sie die Regulierungspraxis ausschließlich am Ziel einer "Niedrigstpreispolitik" ausrichte. Daneben müsse sie sich zu einer gleichrangigen Beachtung der energiewirtschaftlichen Ziele des Energiewirtschaftsgesetzes, insbesondere auch der Versorgungssicherheit, verpflichten. Die Regulierungsinstanz solle kostengünstig arbeiten, beim Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit angesiedelt sein, ggf. durch vorhandene föderale Strukturen unterstützt werden und den Sachverstand der Unternehmen und ihrer Verbände in die Entscheidungen einbeziehen, forderte der Verband.

Rechtssicherheit für die Energiewirtschaft

Für die kommunalwirtschaftliche Energieversorgung sei nach über fünfjähriger Liberalisierungserfahrung und zahlreichen Auseinandersetzungen mit Kartellbehörden und Energiehändlern von existentieller Bedeutung, dass der Gesetzgeber mit der Festlegung der grundsätzlichen Aufgaben und der Regulierungsintensität Rechtssicherheit für alle Marktakteure schaffe. Eine nur an einer "Niedrigstpreispolitik" ausgerichtete Regulierungspraxis führe auch zur Beeinträchtigung der durch das Energiewirtschaftsgesetz vorgegebenen Gewährleistung von Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit. Der VKU erwartet daher vom Gesetzgeber, dass "zumindest die substantiellen Elemente" der Methoden zur Berechnung von Netznutzungsentgelten gesetzlich oder durch eine Rechtsverordnung festgelegt werden.

Ausrichtung an den energiewirtschaftlichen Zielen des Energiewirtschaftsgesetzes

Durch die Regulierungspraxis müsse die Sicherheit der Netze gewährleistet und auch zukünftig ausreichende Investitionen in die Netzinfrastruktur und den Netzausbau ermöglicht werden. Wenn das derzeitige Versorgungsniveau beibehalten werden solle, müsse die Kalkulation der Netznutzungsentgelte den Versorgungsunternehmen eine angemessene Eigenkapitalverzinsung unter Wahrung der Nettosubstanzerhaltung bieten. Zudem forderte der VKU, dass die Regulierung mit geringen Kosten arbeitet und unverhältnismäßigen staatlichen Personalaufwand vermeidet. Dieser Anspruch könne durch ein sog. Kombinationsmodell – im Sinne eines Nebeneinanders von Bundes- und Landeseinrichtungen mit jeweils abgegrenzten Zuständigkeiten – eingelöst werden. Die Bundesregulierungsinstanz sollte beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit angesiedelt und durch vorhandene Länderstrukturen föderal ergänzt werden.

Einbeziehung der Stadtwerkekompetenz

Der VKU verlangt schließlich die Beteiligung seiner kommunalwirtschaftlichen Kompetenzen und Erfahrungen bei der Festlegung der Regulierungsstrukturen und -inhalte. Er will seinen Sachverstand auch im Rahmen gemeinsamer Vorschläge der Unternehmen und ihrer Verbände im Sinne freiwilliger Verhandlungslösungen einbringen.

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