Ohne Qualitätseinbußen

Regulierer Kurth hält deutlich niedrigere Strompreise für möglich

RegTP-Chef Matthias Kurth hält zwar deutlich niedrigere Strompreise für möglich, wollte sich aber nicht auf konkrete Kostensenkungsziele festlegen. Seine Behörde könne schließlich nur etwa ein Drittel des Strompreises beeinflussen, allerdings lasse die enorme Spannweite der Netzgebühren einige Potenziale erwarten.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Chef der künftigen Regulierungsbehörde für das Stromnetz, Matthias Kurth, hält deutlich niedrigere Strompreise in Deutschland für möglich. "In England sind die Netzkosten im Einzelfall um bis zu 50 Prozent gesunken, ohne dass es zu Qualitätseinbußen kam", sagte Kurth der "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe). Wenige Tage vor dem Start der staatlichen Regulierung der Strom- und Gasnetze wollte er sich allerdings nicht auf konkrete Kostensenkungsziele festlegen.

"In Einzelfällen wird ein Entlastungseffekt eintreten, in anderen möglicherweise gar keiner", sagte er. Kurth dämpfte die hohen Erwartungen an die Regulierungsbehörde. "Wir können nur zirka ein Drittel des Strompreises beeinflussen, nämlich die Netznutzungsentgelte", führte er aus. Zwei Drittel entfielen auf Faktoren wie Erzeugungskosten, Steuern und Konzessionsabgaben. Die enorme Spannweite der Netzgebühren lasse ein Senkungspotenzial erwarten, sagte Kurth.

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