Im Bundestag

Regierungsfraktionen wollen nachwachsende Rohstoffe stärker fördern

Um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern und den Kreislauf aus Umweltzerstörung und Verteilungskonflikten zu durchbrechen, soll die industrielle stoffliche Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland intensiviert werden, fordern die Regierungsfraktionen in einem gemeinsamen Antrag im Bundestag.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Angesichts der knapper werdenden fossilen Rohstoffe soll die industrielle stoffliche Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland intensiviert werden, fordern die Regierungsfraktionen in einem gemeinsamen Antrag (Bundestagsdrucksache 15/4943).

Ziel müsse es sein, die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern und den Kreislauf aus Umweltzerstörung und Verteilungskonflikten zu durchbrechen, heißt es in dem Antrag. Allerdings erfordere die stoffliche Nutzung "völlig neue" Ansätze in Forschung und Entwicklung, Bildung und Lehre, Produktion, Vertrieb und Konsum.

Langfristig würden sich die biobasierten Industrien als volkswirtschaftliche Basisindustrien etablieren, so die Prognose der Antragsteller. Deutschland habe ein umfangreiches Potenzial in Wissenschaft und Wirtschaft, das die wissenschaftliche und technische Grundlage für die Umstellung auf Biomasse ermöglichen würde, argumentieren die Fraktionen. Die Bundesregierung sei nun am Zuge, neue Strategien auf diesem Feld zu erarbeiten und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die Investitionen in Biomassekonversion, Biomassetechnologie und in die Herstellung von biobasierten Produkten erleichtern.

Auch solle Deutschland innerhalb der EU aktiv werden und sich für einen gemeinsamen Handlungsrahmen auf dem Gebiet der biologisch basierten Produkte und für eine verstärkte industrielle stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe im siebten EU-Forschungsrahmenprogramm einsetzen. Auf der nationalen Ebene solle gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ein Fahrplan für die schrittweise Umstellung auf eine biologische Rohstoffbasis erarbeitet werden. Bestehende Forschungsprogramme sollen - fordern die Fraktionen weiter - besser vernetzt und die Zuständigkeit für die Grundlagenforschung an der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen eindeutig geregelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Biomasse

    Niedrige Ölpreise: Recycling lohnt sich kaum noch

    Die niedrigen Ölpreise machen auch den Recycling-Unternehmen zu schaffen. Die Herstellung neuer Kunststoffe ist günstiger als die Verwendung von sogenannten Recyclaten als Rohstoff. Immerhin: Noch liegt man leicht über der Recycling-Vorgabe von 36 Prozent.

  • Erde

    Revolutionierende Erfindungen: Nachhaltig und energiesparend

    Die industrielle Revolution hat neben Ihren zahlreichen technischen Fortschriften auch Probleme wie etwa Umweltverschmutzung mit sich gebracht. Doch zahlreiche Erfindungen der letzten Jahre zeigen, dass Neuheiten nicht mehr umweltbelastend sein müssen.

  • Strompreise

    FDP: Bilanz der erneuerbaren Energien übersieht Probleme

    Die heute veröffentlichten Zahlen zum Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern stellt zumindest die FDP-Fraktion im Bundestag nicht zufrieden. Im Gegenteil: Die Bilanz verkläre den Blick auf zunehmende Probleme bezüglich der Integration in die bestehenden Energieversorgungssysteme, teilten die Liberalen mit.

  • Strompreise

    Chemiebranche: Zum Energiesparen alle Chancen nutzen

    Um den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen auch in der chemischen Industrie voranzutreiben, müssten gesetzliche Hürden beseitigt und die Grundlagenforschung in Deutschland vom Bund stärker gefördert werden. Das forderte Dr. Jürgen Hambrecht, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), kürzlich in Potsdam.

  • Stromnetz Ausbau

    EnWG: Fraktionen beraten Mitte Februar

    Regierungskoalition und Opposition wollen sich Mitte Februar zu neuerlichen Gesprächen zur Novelle des Energiewirtschaftsrechts treffen. Das beschlossen sie in dieser Woche im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit. Dann solle eine Verständigung über strittige Punkte herbeigeführt werden.

Top