Treffen geplant

Regierung will mit Stromanbietern über Atompolitik verhandeln

Die Bundesregierung hat Vertreter von Energieunternehmen und Ministerien für den 21. Januar zu Gesprächen über die Atompolitik nach Berlin eingeladen. Dies sagten mit den Planungen vertraute Personen am Dienstag der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Gorleben (ddp/red) - Ein Sprecher des Versorgers RWE bestätigte den Eingang einer Einladung, ohne aber Details zu dem geplanten Treffen nennen zu wollen. Auch die EnBW Energie Baden-Württemberg bestätigte, eine entsprechende Einladung erhalten zu haben. E.ON und Vattenfall Europe wollten sich zu der Angelegenheit nicht äußern.

Die Regierung unter Bundeskanzlerin Merkel will das Gesetz, dass die Stilllegung der 17 Atomkraftwerke bis 2022 vorsieht, kippen. Die Koalition aus CDU/CSU und FDP würde dabei wenigstens den Termin nach hinten verschieben wollen, bis der Einsatz erneuerbarer Energien ausgeweitet werden kann. Eine Sprecherin von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) war kurzfristig für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Atomkraftgegner skeptisch

Anti-Atomkraft-Bewegung blickt den angekündigten Gesprächen skeptisch entgegen. Damit ihre Gewinne noch höher ausfielen, wollten die Stromkonzerne die ältesten und störanfälligsten Atomkraftwerke länger betreiben, obwohl diese zur Stromversorgung schon lange nicht mehr benötigt würden, so der Sprecher der Organisation "ausgestrahlt", Jochen Stay..

Schon einmal habe sich eine Bundesregierung in Gesprächen von den Stromkonzernen einwickeln lassen, sagte Stay. Die Energieunternehmen hätten im Jahr 2000 die sukzessive Stilllegung der Atomkraftwerke zugesagt, hielten sich nun aber nicht daran. "Es gibt in der Bevölkerung keine Akzeptanz für den Weiterbetrieb der gefährlichen Reaktoren", erklärte Stay.

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