Atom-Export

Regierung prüft Bürgschaften für AKW in Russland und China

Die Bundesregierung prüft staatliche Hermes-Exportversicherungen für je zwei Atomkraftwerke in Russland und in China. Erst am Montag hatte Außenminister Westerwelle angekündigt, verstärkt deutsche Atomtechnik an Interessenten im Ausland liefern zu wollen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - "Es handelt sich um die Kernkraftwerke Leningradskaja 3 und Novovoronezkaja 4 in Russland sowie um das Kernkraftwerk Taishan in China. Zusätzlich ist ein weiterer Antrag für eine Lieferung im Zusammenhang mit dem chinesischen Akw in Hawei eingegangen", zitierte die "Rheinischen Post" am Dienstag aus einem Schreiben von Wirtschafts-Staatssekretär Bernd Pfaffenbach. Das Bundeswirtschaftsministeriums antwortete damit auf eine Anfrage der Grünen-Politikerin Ute Koczy.

Am 1. Februar hatte die Bundesregierung bereits eine Hermes-Bürgschaft für den Bau des brasilianischen AKW Angra 3 über mehr als eine Milliarde Euro erteilt. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Montag angekündigt, die Regierung wolle die Lieferung deutscher Atomtechnik ins Ausland künftig verstärkt fördern. Die deutsche Atomtechnik gehöre "zu den modernsten und sichersten weltweit". Deshalb könne der Verkauf solcher Anlagen auch durch die Gewährung von Hermes-Exportversicherungen staatlich gefördert werden, hatte Westerwelle in einem Interview mit dem Düsseldorfer "Handelsblatt" gesagt.

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