Statistik

Regierung gibt Auskunft über Strompreisbestandteile

In einer Antwort auf eine "Große Anfrage" der Opposition hat die Regierung die Bestandteile des Strompreises aufgeschlüsselt: Die Förderung der Erneuerbaren habe drei Prozent ausgemacht, die Stromsteuer elf und die Konzessionsabgabe zehn Prozent. Anteil von Erzeugung, Transport und Vertrieb: 60 Prozent.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Strompreise in Deutschland sind nach einem Rückgang aufgrund der Marktliberalisierung seit dem Jahr 2000 wieder angestiegen. Darauf weist die Regierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 15/5754) auf eine Große Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zum Thema "Erneuerbare Energien" (Bundestagsdrucksache 15/4014) hin.

Der durchschnittliche Strompreis bei Haushalten habe im vergangenen Jahr bei knapp 18 Cent pro Kilowattstunde und damit nominal rund fünf Prozent über den Preisen von 1998 (17,1 Cent pro Kilowattstunde) gelegen. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten seien dagegen von 1998 bis 2004 um etwa 8,4 Prozent gestiegen. Die Förderung der erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz habe im Jahr 2004 bei den Haushalten einen Anteil am Strompreis von fast drei Prozent ausgemacht, heißt es in der Antwort weiter.

Der Anteil der Stromsteuer habe etwa elf Prozent, der der Konzessionsabgabe etwa zehn Prozent und der der Mehrwertsteuer nahezu 14 Prozent verursacht. Zwei Prozent seien dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zuzurechnen gewesen. Der Kostenbestandteil der Stromerzeugung, des Stromtransports und -vertriebs habe sich auf einen Anteil von knapp 60 Prozent summiert.

Die Preiserhöhungen von 2003 und seit 2004 seien beim Haushaltsstrom mit etwa 82 Prozent auf Kosten für Stromerzeugung, -transport und -vertrieb und mit nahezu 18 Prozent auf Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zurückzuführen gewesen.

Zudem gab die Regierung Auskunft über die Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien: Die Zahl der Windenergieanlagen sei von 6205 im Jahr 1998 auf 16 543 Ende 2004 gestiegen. Die meisten davon befänden sich in Niedersachen (4283), es folgen Schleswig-Holstein (2688) und Nordrhein-Westfalen (2277). Die installierte Leistung aller Windenergieanlagen sei von 2875 Megawatt 1998 auf etwa 16 629 Megawatt Ende 2004 gestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Europa

    EU-Preise: Deutsche zahlen 44 Prozent mehr für Strom

    Strom kostet in Deutschland deutlich mehr als in Italien, Irland oder Belgien, so ein aktueller Vergleich. Im EU-Schnitt liegt die Stromrechnung demnach bei 823 Euro im Jahr. Deutsche sollen rund 44 Prozent draufzahlen.

  • Photovoltaik Vergleich

    Solar Cluster: Photovoltaikanlage 2017 noch günstiger

    Wer über den Kauf einer Photovoltaikanlage nachdenkt, für den ergeben sich Experten zufolge 2017 weitere Pro-Argumente. Beispielsweise soll die Einspeisevergütung im Februar noch einmal steigen. Außerdem seien die Anlagen an sich günstiger geworden, so die Branchenvereinigung Solar Cluster.

  • Energieversorung

    Statkraft baut Gaskraftwerk bei Köln

    Neben einem Gaskraftwerk in Herdecke bei Dortmund wird der norwegische Energiekonzern Statkraft auch in Hürth bei Köln ein neues, hochmodernes GuD-Kombikraftwerk bauen. Die Investitionen betragen 400 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Herbst 2007 geplant.

  • Energieversorung

    Tagung: Nachhaltige Energiepolitik braucht wirksame rechtliche Anreize

    Wie die erneuerbaren Energien bei der Wärmeerzeugung ausgebaut werden könnten, diskutierten die Teilnehmer einer Tagung der Gesellschaft für Umweltrecht e.V. und des Umweltbundesamtes (UBA) kürzlich in Berlin. Den zweiten Schwerpunkt bildete die effizientere Energienutzung.

  • Energieversorung

    Gegenwind für Windkraft: Förderung "Mumpitz"?

    Die Förderung von Windenergie stand auch am Wochenende in der Kritik: Während sich die neue nordrhein-westfälische Landesregierung auf Bundesebene für ein Ende stark machen will, warnte der Bundesverband Windenergie vor Schnellschüssen. Aber auch das RWI sprach von günstigeren Optionen.

Top