Innovativ

Regierung beschließt 5. Energieforschungsprogramm

Das heute vom Kabinett beschlossene neue Energieforschungsprogramm löst das aus dem Jahr 1996 stammende 4. Energieforschungsprogramm ab. Die Bundesregierung wird in den Jahren 2005 bis 2008 knapp 1,7 Milliarden Euro für die Förderung von Forschung und Entwicklung moderner Energietechnologien bereitstellen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Den erneuerbaren Energien und der Verbesserung der Energieeffizienz wird in der Energieforschung Vorrang eingeräumt. Das betonte Umweltminister Jürgen Trittin heute bei der Verabschiedung des 5. Energieforschungsprogramms im Bundeskabinett.

"Wir haben die Weichen in der Energieforschung auf Zukunft gestellt. Die Energieforschung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung unserer Energieversorgungsstrukturen", kommentierte Trittin. Das neue Programm löst das aus dem Jahr 1996 stammende 4. Energieforschungsprogramm ab, allein in 2003 wurden 209 Millionen Euro in die Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz investiert. Für 2008 sieht das neue Energieforschungsprogramm 259 Millionen Euro vor. Dies ist gegenüber 1998 eine Steigerung um 46 Prozent. Dagegen sinken im gleichen Zeitraum die Ausgaben für die Nuklearforschung um 35 Prozent und für die Fusionsforschung um sechs Prozent.

Zu den prioritären Förderbereichen gehören moderne Kraftwerkstechnologien auf Basis von Kohle und Gas, einschließlich Kohlendioxid-Abtrennung und Kohlendioxid-Speicherung. "Wichtig ist, dass mit dem neuen Fachprogramm Moderne Kraftwerkstechnologien die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die deutsche Stromwirtschaft bei dem ab 2010 anstehenden Kraftwerkserneuerungsprogramm auf modernste Technik zurückgreifen kann. Bei der Modernisierung des Kraftwerksparks steht eine rasche Steigerung der Effizienz an erster Stelle. Hier setzt das Energieforschungsprogramm an und leistet einen Beitrag, damit aus jeder Tonne Kohle mehr Kilowattstunden herausgeholt werden können", kommentierte auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement.

Weitere Förderbereiche sind Photovoltaik, Windenergie im offshore-Bereich, Brennstoffzellen, Wasserstoff und Energiespeicher, Technologien und Verfahren für energieoptimiertes Bauen sowie zur energetischen Nutzung von Biomasse. Daneben umfasst das Programm die Bereiche energiesparender Technologien in der Industrie, im Gewerbe, im Handel und bei Dienstleistungen, die gesamte Palette der erneuerbaren Energien (Wasser, Sonne, Geothermie u. a.), die nukleare Sicherheits- und Endlagerforschung sowie die Fusionsforschung.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Strom sparen

    Repower-Chef wegen Öko-Strom-Förderung zuversichtlich

    Repower-Chef Fritz Vahrenholt warnte die CDU davor, im Falle eines Wahlsieges im September die Energiepolitik in die Hände der Stromkonzerne zu legen. Zudem sagte er, die Streichung der Förderung erneuerbarer Energien sei eine "sehr törichte Kurzschlussreaktion". Und er sprach sich für eine Laufzeitenverlängerung aus.

  • Strom sparen

    Trittin warnt vor Rolle rückwärts in Energiepolitik

    Was passiert mit der Förderung erneuerbarer Energien falls CDU und FDP im September an die Macht kommen? In der Branche herrscht Unruhe, Umweltminister Trittin warnte vor Rückschritten, Naturschützer sehen keine Alternativen zu Sonne, Wind und Wasser. CDU und FDP wollen mindestens die Wirtschaftlichkeit überprüfen.

  • Hochspannungsmasten

    230 Darlehenszusagen: Förderung der Erneuerbaren wächst auch 2005

    In einem gemeinsamen Programm des Bundesumweltministeriums und der KfW Förderbank wurden bereits 230 Darlehenszusagen ausgegeben. Laut KfW machen sich immer mehr kleine und mittlere Betriebe durch Investitionen zur Verfeuerung von Biomasse von den Energiepreisen unabhängig.

Top