Vorfall

Reaktorschnellabschaltung im AKW Emsland (Upd.)

Im Atomkraftwerk Emsland in Lingen ist es in der Nacht zum Freitag zu einer Schnellabschaltung des Reaktors gekommen. Grund sei die nicht ordnungsgemäß funktionierende Überwachungseinrichtung eines Maschinentrafos gewesen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/red) - Das Ereignis sei "nichts Dramatisches" gewesen. Es sei in der untersten Meldekategorie eingestuft worden. Beamte der Aufsichtsbehörde seien im Kraftwerk, um sich ein Bild zu machen, sagte die Sprecherin.

Der Maschinentrafo sei nach bisherigen Erkenntnissen nicht beschädigt worden, sagte ein Sprecher des Betreibers RWE Power am Freitag. Von der Störung sei kein sicherheitsrelevantes Teil im Sinne des Atomrechts betroffen, sondern ein Bauteil, wie es in jedem konventionellen Kraftwerk auch vorkomme.

Kernkraftwerk Emsland bleibt länger vom Netz

Wie am Sonntag mitgeteilt wurde, bleibt da AKW Emsland länger vom Netz als bislang geplant. Ursprünglich hatte Betreiber RWE das Kraftwerk in Lingen schon am Sonntag wieder anfahren wollen, nun werde der Atommeiler frühestens im Laufe der Woche wieder in Betrieb genommen, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Grund seien weitere technische Prüfungen. RWE-Power-Sprecher Manfred Lang bestätigte dem Blatt entsprechende Informationen. "Für uns hat die Sicherheit oberste Priorität. Deshalb stehen alle unsere Prüfungen in enger Absprache mit dem niedersächsischen Umweltministerium", sagte Lang.

Atomkraftgegner: Vorfall erinnert an Krümmel

Das Anti-Atomkraft-Aktionsbündnis Münsterland hat sich besorgt über die Sicherheit des Meilers geäußert. Der Vorfall mit einem Trafoschaden erinnere "fatal an die brisanten Vorfälle im AKW Krümmel vom Juni 2007 und Juli 2009", sagte Sprecher Matthias Eickhoff am Samstag in Lingen. Offensichtlich sei auch der Betreiber RWE nicht in der Lage, unfallfreie Transformatoren für das AKW zu verwenden. Zudem bedeute jede Schnellabschaltung eine große Belastung für einen Reaktor.

Der 1400-Megawatt-Block des Kernkraftwerks Emsland bei Lingen wurde 1988 in Betrieb genommen. Seitdem produziert er nach RWE-Angaben jährlich rund elf Milliarden Kilowattstunden Strom.

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