1 Million Elektroautos

Reaktionen zum Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität

Mit ihrem Plan zur Förderung von Elektroautos will die Bundesregierung eine Millionen strombetriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen bringen. Die Meinungen über den beschlossenen Plan gehen jedoch auseinander, unter anderem werden fehlende Kaufanreize bemängelt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt den Plan. Für alle künftigen Antriebskonzepte sei das elektrische Fahren für eine nachhaltige zukunftsgerichtete Mobilität zentral. Umweltschützer begrüßten die Pläne grundsätzlich, kritisierten aber die einseitige Bevorzugung einer Antriebsart.

Keine ausreichenden Kaufanreize für E-Autos

Kritik kam auch von der Opposition. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin kritisierte, dass die Bundesregierung anders als andere Länder keine konkreten Kaufanreize gebe. Vielmehr habe sie mit der Abwrackprämie der "den Markt für Elektrofahrzeuge plattgemacht", sagte er.

Der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion, Hans-Kurt Hill, sprach von einem "Ablenkungsmanöver" davon, dass die deutsche Autobranche den Anschluss bei schon marktreifen Antriebstechniken wie Hybridmotoren nicht schaffe.

E-Auto 20.000 Euro teurer als Benziner

Umweltschützer begrüßten die Pläne grundsätzlich, kritisierten aber die einseitige Bevorzugung einer Antriebsart. Für den Klimaschutz sei es "viel hilfreicher, statt einer bestimmten Technologie generell den Bau spritsparender Modelle zu fördern", erklärte der umweltorientierte Verkehrsclub VCD. Zudem wecke die Bundesregierung falsche Erwartungen beim Vebraucher. Anfangs werden Elektroautos bis zu 20.000 Euro teurer sein als Benziner oder Diesel..

Die Deutsche Umwelthilfe wies darauf hin, dass die angepeilte Zahl von einer Million Elektroautos bis zum Jahr 2020 nicht mehr als zwei Prozent aller Fahrzeuge ausmache. Die Regierung fördere lediglich eine "Nischentechnologie".

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