Anreiz

Ramsauer lehnt Kaufprämie für Elektroautos ab

Mehr als die Hälfte der Elektroautos auf deutschen Straßen sollen 2020 nach den Worten von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer von heimischen Firmen kommen. Allerdings soll dieser Anteil nicht etwa dadurch erreicht werden, dass es einen Kaufanreiz in finanzieller Form geben soll.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - "Der Marktanteil muss deutlich über 50 Prozent liegen", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch bei der Eröffnung des Wettbewerbs "Schaufenster Elektromobilität" in Berlin. Er soll laut Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vor allem dazu dienen, die Elektromobilität für den Massenmarkt nutzbar zu machen.

Kein finanzieller Anreiz fürs Elektroauto

Ramsauer betonte, es werde keine "reinen, bar auszuzahlenden Kaufprämien geben" wie in anderen Ländern. Rösler erklärte, der Wettbewerb gelte ausdrücklich auch für Infrastruktureinrichtungen. Gefragt sei auch die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen.

Ramsauer erinnerte daran, dass Steuererleichterungen für Nutzer elektrisch angetriebener Dienstwagen geplant seien. Der zurzeit relativ hohe Anschaffungspreis benachteiligt sie, da der zu versteuernde geldwerte Vorteil ein Prozent davon beträgt. Als Möglichkeiten für die Initiativen von Kommunen oder Regionen nannten Rösler und Ramsauer die Erlaubnis, Busspuren zu nutzen, günstigere Parkgebühren oder Vorteile bei Umweltplakettenregelungen.

Was genau ist eigentlich ein Elektroauto?

Die Ausschreibung wird vom Bund mit 180 Millionen Euro gefördert. Bewerben können sich öffentliche Körperschaften in Kooperation mit Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen. Im Frühjahr 2012 will die Bundesregierung drei bis fünf Modellregionen auswählen. Sie sollen die Vorgabe der Koalition vorantreiben, Deutschland zum Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu machen. Bis 2020 soll demnach eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen fahren.

Die Definition des Elektroautos ist nach wie vor offen. Wahrscheinlich werden darunter auch Hybrid-Fahrzeuge fallen, also Autos mit einer Antriebskombination aus fossilem Treibstoff und Strom.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Tesla Model S Auto

    Tesla-Ladestationen ab 2017 nicht mehr kostenlos

    Besitzer eines Tesla-Elektroautos können ihr Fahrzeug an den "Supercharger"-Ladestationen kostenlos mit Strom betanken. Für Neukunden ist das demnächst nicht mehr der Fall: Sie können nur noch einige kWh im Jahr kostenlos laden.

  • Auspuff

    Dicke Luft in der Stadt: Blaue Plakette liegt vorerst auf Eis

    Lange hielt das Umweltministerium an der blauen Plakette für PKW fest – jetzt scheint die Idee erst einmal vom Tisch. Das Problem mit der schlechten Luft in den Städten aber bleibt.

  • Hochspannungsmasten

    Regierung plant Fördertopf für Elektroautos

    Die Bundesregierung wird voraussichtlich noch im Mai ein Regierungsprogramm zur Förderung von Elektroautos beschließen. Man reagiere damit auf einen Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

  • Strompreise

    Stadtwerke und Kommunen rüsten sich für Energiewende

    Stadtwerke und private Unternehmen wollen bei der Energiewende in Deutschland vorne mitmischen. Gerade die Kommunen, die sich schon im Abseits sahen, wittern ihre Chance. Der Ökostrom-Branchenverband BEE erwartet Milliardeninvestitionen und deutliche Arbeitsplatzzuwächse.

  • Energieversorung

    Wie ein Fachwerkstädtchen klimaneutral werden will

    Ein nordhessisches Städtchen will beim Thema erneuerbare Energien bundesweit an die Spitze. Wolfhagen, ein Fachwerkort mit 13.000 Einwohnern westlich von Kassel, möchte in fünf Jahren den gesamten Strombedarf seiner Bürger und Gewerbebetriebe selbst decken - mit grünem Strom, der zu 100 Prozent an Ort und Stelle erzeugt wird.

Top