Großaktionäre wechseln

RAG will Spezialchemiekonzern Degussa umbauen

Der Spezialchemiekonzern Degussa muss sich nach einem Pressebericht auf "drastische Veränderungen" einstellen. Großaktionär RAG trimme seine Chemietochter mit aller Macht auf Rendite, berichtet die "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe).

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Am 13. Dezember solle auf einer Aufsichtsratssitzung ein Umbau des Düsseldorfer Unternehmens beschlossen werden, heißt es in dem Bericht weiter. Auch gebe es erste Überlegungen für einen Verkauf der Bauchemiesparte.

Ein von Degussa-Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht zusammen mit der Beratungsgesellschaft McKinsey erarbeitetes Programm zur Rentabilitätsverbesserung um 300 Millionen Euro bis 2008 reiche dazu offenbar nicht aus, schreibt das Blatt ohne Angaben von Quellen. Die Boston Consulting Group (BCG) sei beauftragt worden, zusätzliche Vorschläge für Strategie und Organisation zu erarbeiten.

Das Ergebnis liege inzwischen vor und werde als Entscheidungsvorlage für die Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember umgesetzt, heißt es weiter. Boston Consulting schlägt demzufolge einen drastischen Umbau der Führungsstruktur der Chemiegruppe vor. Dabei soll die zweite Management-Ebene entfallen.

Degussa hat einen vier Mitglieder zählenden Vorstand, unter dem fünf Bereichsvorstände agieren. Ihnen unterstehen wiederum 20 so genannte Business Units. Den Plänen der Berater zufolge soll die Ebene der Bereichsvorstände abgeschafft und damit die Struktur des Konzerns vereinfacht werden. Gleichzeitig gibt es nach Informationen des Blattes "erste Überlegungen", sich von der Bauchemie zu trennen, die Standorte im bayerischen Trostberg sowie im Ausland hat. Ein Degussa-Sprecher sagte dazu am Sonntag: "Es gibt viele Gerüchte ohne Rückhalt in der Realität. So etwas kommentieren wir nicht."

Degussa sieht sich im Geschäft mit Bauchemikalien weltweit als Marktführer. Die Sparte setzte 2004 mit knapp 7400 Mitarbeitern annähernd 1,8 Milliarden Euro um. Der Degussa-Umbau hängt Beobachtern zufolge mit dem anstehenden Wechsel bei den Großaktionären zusammen. Der Energiekonzern E.ON will nächstes Jahr sein Aktienpakt von 43 Prozent der Degussa-Anteile abgeben. Er ist vertraglich verpflichtet, dieses der Hauptaktionärin RAG anzubieten. Die frühere Ruhrkohle, die an einem eigenen Börsengang arbeitet, ist früheren Angaben zufolge an einer kompletten Übernahme des Pakets interessiert. Bisher sind ihr die Aktien dem Vernehmen nach aber noch nicht angeboten worden.

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