Keine Perspektive

RAG: Saarbergbau wird 2012 endgültig beendet

Der Bergbau im Saarland wird auch aus Sicht der RAG Deutsche Steinkohle im Jahr 2012 endgültig beendet werden. Damit gehe die mehr als 250-jährige Geschichte des Saarbergbaus zu Ende, "so bitter es ist", sagte der TAG-Vorstandsvorsitzende Bernd Tönjes. Auch Ministerpräsident Peter Müller (CDU) betonte, "eine darüber hinausgehende Perspektive gibt es nicht".

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Nach den schweren bergbaubedingten Erderschütterungen vom Februar und dem darauf folgenden sofortigen Abbaustopp in der Primsmulde sei mit allen Beteiligten ein Auslaufkonzept für den Saarbergbau gefunden worden, das einen sozialverträglichen Ausstieg bis Mitte 2012 ermögliche, betonte Tönjes. Damit sei "wertvolle Zeit gewonnen" worden, um sicherzustellen, dass die saarländischen Kraftwerke bis zu diesem Zeitpunkt mit heimischer Kohle versorgt werden könnten, die Zulieferindustrie sich darauf einstellen könne und betriebsbedingte Kündigungen nicht notwendig seien.

Müller unterstrich, dass die "Revisionsklausel", wonach ein Ende der beschlossenen Kohleförderung in Deutschland bis 2018 noch einmal angesichts der Entwicklung der Weltenergiemärkte im Jahr 2012 überprüft werden solle, für den Ausstieg im Saarland "keine Bedeutung" haben werde. Nach dem schweren Beben im Februar sei die Zukunftsperspektive für den Bergbau an der Saar beendet. Wer den Menschen andere Perspektiven verspreche, handele "nicht verantwortlich".

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