Schadensregulierung

RAG: Neues Kohleabbaukonzept im Saarland hat sich bewährt

Knapp ein Jahr nach dem schweren bergbaubedingten Beben im Saarland hat sich das neue Kohleabbaukonzept nach Einschätzung der RAG im Wesentlichen bewährt. Die durch das Beben entstandenen Schäden seien inzwischen zu einem großen Teil reguliert, sagte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig am Freitag.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Ensdorf (ddp-rps/sm) - Das Unternehmen geht davon aus, dass für die gesamte Schadensregulierung etwa neun Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Der sozialverträgliche Personalabbau bis zum Ende des Saarbergbaus 2012 werde wie geplant fortgesetzt.

Nach dem Beben vom 23. Februar 2008 waren den Angaben zufolge rund 7700 Schadensmeldungen eingegangen. Davon seien 6200 "weitgehend einvernehmlich" reguliert worden, sagte Breinig. Bislang wurden 218 Anträge abgelehnt. In 37 Fällen wurde die Schlichtungsstelle zur Bergschadensregulierung in Anspruch genommen. Der höchste Einzelschaden war an der St. Blasiuskirche in Saarwellingen entstanden. Er wird vom Bergbauunternehmen mit einer Höhe von rund 400.000 Euro beziffert.

Bei den übrigen Schäden habe es sich meist um Risse in Putz, Kacheln und Mauerwerk gehandelt, berichtete der Bergwerksdirektor. In der überwiegenden Zahl dieser Fälle sei eine Schadenshöhe von rund 1000 Euro entstanden. Um die Vielzahl der Anträge zeitnah bearbeiten zu können, habe das Unternehmen 22 externe Ingenieursbüros mit Gutachten beauftragt.

Saarbergbau endet Mitte 2012

Nach dem Beben hatte das Bergbauunternehmen den Abbau in der Primsmulde eingestellt. Danach wurde ein neues Abbaukonzept in anderen Feldern erarbeitet. Es sieht ein sozialverträgliches Auslaufen des Saarbergbaus bis Mitte 2012 vor. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Beschäftigten im Bergwerk um 750 auf 2850. In anderen Betriebsteilen wie im Service- und Technikbereich wurden weitere 250 Stellen abgebaut.

Von den rund 400 Mitarbeitern, die auch bei dem geänderten Abbaukonzept nicht in den Genuss von Vorruhestandsregelungen kommen können, wurden 300 in andere Unternehmen vermittelt. Für die übrigen 100 könne eine Vermittlung aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise "schwieriger werden", sagte Breinig. Etwa 1700 Mitarbeiter sollen an anderen Stanorten in Nordrhein-Westfalen wie in Ibbenbüren eingesetzt werden. Die Versetzungen sollen bereits ab dem Jahr 2010 erfolgen.

Top