Bilanz 2002

RAG: Jahr der strategischen Weichenstellungen

Heute bilanzierte Karl Starzacher, Vorstandsvorsitzender des Bergbau- und Chemiekonzerns RAG, letztmalig die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr. Zum 1. Juni wird er vom ehemaligen Wirtschaftsminister Werner Müller abgelöst, der insbesondere dafür sorgen soll, dass der Steinkohlebergbau weiterhin vom Staat gefördert wird.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Als ein Jahr der strategischen Weichenstellungen hat Karl Starzacher, Vorstandsvorsitzender des Bergbau- und Chemiekonzerns RAG AG, das abgelaufene Geschäftsjahr 2002 bezeichnet. Mit der eingeleiteten Mehrheits-Übernahme der Degussa AG sowie der künftigen Fokussierung der RAG auf die drei Säulen Bergbau national und international, Immobilien und Chemie sei der Konzern im Zuge der strategischen Neuausrichtung einen großen Schritt vorangekommen. "Die neue RAG ist auf den jeweiligen nationalen und internationalen Märkten gut positioniert und für den Wettbewerb gerüstet", sagte Starzacher auf der heutigen Bilanzpressekonferenz.

Der Umsatz des Konzerns sank um 2,3 Milliarden Euro auf 13 Milliarden Euro. Dabei sei der Rückgang in erster Linie von der Abgabe des Mineralölhandels sowie vom planmäßig rückläufigen Absatz deutscher Steinkohle geprägt. Das Konzern-Ergebnis nach Steuern verringerte sich um drei Millionen Euro auf 18 Millionen Euro. Das Ergebnis sei befriedigend, sagte Starzacher, obwohl die Entwicklung bei RÜTGERS das Nachsteuer-Ergebnis von RAG mit minus 272 Millionen Euro belastet habe. "Wir haben die Weichen für die langfristige Zukunft gestellt", bilanzierte Starzacher, der am 31. Mai als Vorstandsvorsitzender der RAG ausscheidet.

Am 14. Februar diesen Jahres hat RAG 46,48 Prozent der Anteile am weltweit größten Spezialchemieunternehmen Degussa übernommen. Diesen Anteil wird RAG am 31. Mai 2004 auf 50,1 Prozent aufstocken. "Die Umsetzung der Drei-Säulen-Strategie wird hohe Priorität besitzen", sagte Starzacher. RAG habe das Ziel, die geplante Fokussierung des Geschäfts auf die drei Säulen Bergbau, Immobilien und Chemie bis Ende 2004 umzusetzen. Mit dem Verkauf der Geschäftsbereiche Stromerzeugung/Gas und Kunststoffe wird sich RAG von einem Umsatzvolumen von 6,3 Milliarden Euro trennen.

Der Steinkohlenbergbau soll allerdings ein wichtiges Standbein für RAG bleiben. Auf nationaler Ebene müsse nun zügig eine Anschlussregelung für die Zeit ab 2006 geschaffen werden. Es sei vereinbart, dass Gespräche unter Federführung von Bundeswirtschafts- und -arbeitsminister Wolfgang Clement unter Beteiligung der Bergbauländer, der IGBCE und des Bergbaus geführt werden. In Abstimmung mit dem Land NRW und der IG BCE tritt der Bergbau dabei für eine Förderung von 22 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2010 und eine Förderung von 20 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2015 ein. "Die Bergleute, ihre Familien und das Unternehmen brauchen Verlässlichkeit und langfristige Planungssicherheit", sagte Starzacher.

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