Schwarze Zahlen

RAG-Chef sieht keine unmittelbaren Gefahren für Steinkohlebergbau

Der Essener Kohle- und Technologiekonzern RAG (ehemals Ruhrkohle AG) ist 2004 in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt und strebt in diesem Jahr eine weitere erhebliche Gewinnsteigerung an. Damit habe der Konzern das Fundament für den geplanten Börsengang gelegt, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Müller.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Der Essener Kohlekonzern RAG sieht durch den schwarz-gelben Regierungswechsel in NRW keine unmittelbaren Gefahren für die Zukunft der heimischen Steinkohle. Er vertraue auf das Wort des designierten Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU), der sich wiederholt gegen betriebsbedingte Kündigungen im Bergbau ausgesprochen habe, sagte RAG-Chef Werner Müller am Dienstag in Essen. Er begegne der neuen Landesregierung "mit viel Vertrauen", betonte Müller.

Der RAG-Chef machte zugleich deutlich, dass es zwar das Recht der Politik sei, den deutschen Steinkohlebergbau zu schließen. Dieses Recht sei aber streitig, wenn die Schließung gegen jahrzehntelange festgelegte Zusagen erfolge. Im Fall einer Schließung stünde die Politik in der Pflicht, die Folgen daraus zu vertreten und zu tragen. Nach Angaben Müllers fielen bei einem Ende des Steinkohlebergbaus jährlich etwa 550 Millionen Euro bleibende Kosten an. Außerdem stünden fast 35 000 Mitarbeiter im Bergbau sowie weitere 50 000 in der Zuliefererindustrie vor dem Aus.

Müller wies darauf hin, dass die Zusagen für die Kohleförderung bis Ende 2008 verbindlich seien. Insgesamt habe der Bergbau für den Zeitraum von 2006 bis 2012 Beihilfezusagen über knapp 16 Milliarden Euro bekommen. Die CDU hatte im Wahlkampf angekündigt, die Steinkohleförderung bis 2010 halbieren zu wollen. Der künftige Koalitionspartner FDP will schnellstmöglich ganz aus dem Bergbau aussteigen.

Die RAG war den weiteren Angaben zufolge im vergangenen Jahr in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt und strebt für dieses Jahr eine weitere erhebliche Gewinnsteigerung an. Damit habe der Konzern das Fundament für den geplanten Börsengang gelegt, sagte Müller. Im vergangenen Jahr wurde den Angaben zufolge ein Vorsteuerergebnis von etwa 260 Millionen Euro nach einem Verlust von 0,3 Millionen Euro im Vorjahr erzielt. In diesem Jahr soll es auch auf Grund der positiven Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten auf mehr als 400 Millionen Euro steigen. Der Umsatz habe sich 2004 von 12,2 Milliarden auf 18,7 Milliarden Euro erhöht. RAG hatte für 2006 einen Börsengang angekündigt. Die Anteilseigner ThyssenKrupp, RWE und E.ON haben diesen Plänen aber noch nicht zugestimmt.

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