Entlassungen im Saarland

RAG begenet Subventionswegfall mit "schmerzhaften Einschnitten"

Weil das Saarland seinen Beitrag zu den nationalen Kohlebeihilfen ablehnt, will der Energie- und Chemiekonzern RAG im Saarland weitere 1300 Stellen abbauen. Die bisherige Planung habe bereits den Abbau von 1670 der 5100 Stellen an der Saar vorgesehen. 100 Millionen Euro pro Jahr müssten in der Region eingespart werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Der Energie- und Chemiekonzern RAG will im Saarland durch "schmerzhafte Einschnitte" den Wegfall von Subventionen für den Steinkohlebergbau kompensieren. Rund 100 Millionen Euro sollten in der Region pro Jahr eingespart werden, teilte das Unternehmen am Montag in Essen mit und verwies zur Begründung auf die Weigerung der saarländischen Landesregierung, den Steinkohlebergbau weiter zu subventionieren. Betroffen sei die Tochter DSK Saar, wobei sich die Sparmaßnahmen nicht auf die Steinkohleförderung auswirken sollten.

Details wollte der Konzern zunächst nicht mitteilen. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Montagausgabe) berichtete jedoch, RAG wolle im Saarland weitere 1300 Stellen abbauen. Die bisherige Planung habe bereits den Abbau von 1670 der 5100 Stellen an der Saar vorgesehen.

Dem Bericht zufolge sollte das Saarland 100 Millionen Euro zu den nationalen Kohlebeihilfen beisteuern. Ministerpräsident Peter Müller (CDU) habe es jedoch abgelehnt, zur Finanzierung der Kohle im Rahmen einer gesamtstaatlichen Aufgabe beizutragen. Bereits vor wenigen Tagen habe RAG-Vorstandschef Werner Müller gedroht, im Falle von Subventionsstreichungen entsprechende Einsparungen im Saarland vorzunehmen.

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