Statistik

Quartalsbericht: Primärenergieverbrauch in Deutschland gesunken

In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat Deutschland etwa ein Prozent weniger Primärenergie verbraucht als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen haben vorallem Preiseffekte und die schwache Konjunktur zu diesem Ergebnis beigetragen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Primärenergieverbrauch in Deutschland fiel nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit etwa 351 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (10290 Petajoule) um ein Prozent niedriger aus als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis hätten vor allem Preiseffekte und die schwache Konjunktur beigetragen, hieß es weiter.

Der Mineralölverbrauch lag mit 129,4 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten insgesamt um gut ein Prozent unter dem Vergleichswert für 2004. Damit hielt der Rückgang des Mineralölverbrauchs in Deutschland an, dieser betraf die einzelnen Ölprodukte allerdings unterschiedlich stark. Während der Absatz von leichtem Heizöl (minus zwei Prozent), von schwerem Heizöl (minus vier Prozent), von Otto- (minus sechs Prozent) sowie von Dieselkraftstoff (minus ein Prozent) zurückging und der Rohbenzinabsatz stagnierte, stieg der Absatz von Flugkraftstoff um neun Prozent.

Der Erdgasverbrauch nahm um knapp ein Prozent auf etwa 77 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten zu. Ursache hierfür war ein leicht höherer Verbrauch in der Industrie und ein Anstieg des Einsatzes in Kraftwerken. Der Steinkohlenverbrauch sei mit fast 47 Millionen Tonnen Steinkohle um 3,5 Prozent niedriger gewesen als vor einem Jahr, bilanzierte de AGEB. In der Elektrizitätswirtschaft verringerte sich der Steinkohleneinsatz, ebenso in der Stahlindustrie, dort in erster Linie bedingt durch den Rückgang der Roheisenerzeugung im 3. Quartal 2005.

Der Braunkohlenverbrauch blieb wegen der gesunkenen Lieferungen an die Kraftwerke mit fast 40 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um knapp drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Stromerzeugung der Braunkohlenkraftwerke ging um gut zwei Prozent zurück. Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke erreichte mit etwa 45 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten fast den Vorjahreswert (minus 0,4 Prozent). Die Stromerzeugung durch Wasserkraftwerke nahm um etwa vier Prozent zu, die durch Windkraftanlagen stieg um acht Prozent. Zusammengenommen wuchs die Stromerzeugung dieser beiden Bereiche um rund sieben Prozent.

Der Verbrauch von Sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger, wie Biokraftstoffe) stieg ebenfalls gegenüber dem Vorjahr. Der Beitrag aller erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belief sich auf fast fünf Prozent.

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