50 Millionen Euro-Projekt

Q-Cells nimmt Solar-Forschungszentrum in Betrieb

Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat sein Photovoltaik-Forschungszentrum eröffnet. Das Unternehmen investierte nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Euro in das Projekt, in dem künftig von Wissenschaftlern Hochleistungssolarzellen zur Serienreife entwickelt werden. Dadurch sollen der Wirkungsgrad erhöht sowie die Herstellungskosten gesenkt werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bitterfeld-Wolfen (ddp-lsa/sm) - Das Forschungszentrum wurde nach Reiner Lemoine benannt. Der Raumfahrttechniker hatte 1999 die Q-Cells AG im Bitterfeld-Wolfener Ortsteil Thalheim mit aufgebaut. Kurz vor seinem Tod im Dezember 2006 gründete der langjährige Technologievorstand die Reiner-Lemoine-Stiftung, die unter anderem Stipendien an Doktoranden im Bereich der erneuerbaren Energien vergibt.

"Die Investition in Forschung sichert, dass Mitteldeutschland langfristig Technologie- und Innovationsführer auf dem Gebiet der Photovoltaik bleibt", sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU). Er würdigte das Engagement des Unternehmens zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Als Beispiele nannte Haseloff die Stiftungsprofessur an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und den neuartigen dualen Studiengang Solartechnik an der Hochschule Anhalt. "Wir sind fest davon überzeugt, dass sich die Solarbranche zu einem der zentralen In­dustrie­zweige im Land entwickeln wird", sagte der Minister.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurde von 2000 bis 2008 in Sachsen-Anhalt fast eine Milliarde Euro in die Solarbranche investiert. Ende 2007 gab es im Land zehn Solarunternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigten. Zehn Prozent der weltweit produzierten Solarzellen stammten aus Sachsen-Anhalt. Die Q-Cells AG sei mit rund 2000 Mitarbeitern der weltgrößte Produzent von Solarzellen.

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