Climate Change

PwC-Studie: Drei Viertel aller Emissionen von Energieversorgern

Eine neue Studie von PricewaterhouseCoopers zeigt die Entwicklung des Kohlendioxid-Ausstoßes der Stromerzeuger in der EU auf. Ergebnisse: Das Emissionsvolumen stieg 2002 auf 693 Millionen Tonnen an. Größte Emittenten sind RWE, ENEL, Vattenfall, E.ON und Endesa, dabei erreichten E.ON und ENEL die größten Reduktionen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die 21 größten Stromerzeuger in der Europäischen Union (EU) haben im vergangenen Jahr 0,8 Prozent mehr Kohlendioxid ausgestoßen als 2001. Setzt man dies ins Verhältnis zur um 1,3 Prozent gestiegenen Stromerzeugung, so ergibt sich eine Verringerung der spezifischen Emissionen um 0,5 Prozent von 360 auf 358 Kilogramm Kohlendioxid pro Megawattstunde. Zu diesem Ergebnis kommen die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers und Enerpresse, ein französischer Anbieter von Informationen aus der Energiewirtschaft, in der Studie "Climate Change an the Power Industry".

Insgesamt stießen die 21 Unternehmen im vergangenen Jahr 693 Millionen Tonnen des Treibhausgases aus. Sie sind somit für drei Viertel aller Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung in Europa verantwortlich. Unter den größten Kohlendioxid-Emittenten in der EU waren im vergangenen Jahr die deutschen Unternehmen RWE an erster und E.ON an vierter Stelle zu finden, lautet ein weiteres Ergebnis dieser Studie.

Größte Emittenten: RWE, ENEL, Vattenfall, E.ON und Endesa

Der gesamte Ausstoß an Kohlendioxid in den 15 EU-Staaten beträgt laut Studie jährlich fast 3,3 Gigatonnen. Etwas weniger als ein Drittel (900 Millionen Tonnen) entfalle auf die Strom- und Wärmeerzeugung. Von diesen 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid seien im Jahr 2002 drei Viertel von den 21 größten Stromerzeugern in Europa verantwortet worden. Die größten Kohlendioxid-Emittenten im Jahr 2002 waren RWE (Deutschland) mit 127 Millionen Tonnen, ENEL (Italien) mit 75 Millionen Tonnen, Vattenfall (Schweden) mit 68 Millionen Tonnen, E.ON (Deutschland) mit 64 Millionen Tonnen und Endesa (Spanien) mit 59 Millionen Tonnen, heißt es in der Studie.

E.ON und ENEL erreichten die größten Reduktionen

Sieben der zehn größten Stromerzeuger stießen im vergangenen Jahr mehr Treibhausgase aus als 2001, lediglich drei Unternehmen konnten ihre Emissionen reduzieren. Die Gründe dafür sind laut Studie unterschiedlich: So stiegen die Emissionen bei der französischen EdF und bei der portugiesisch-spanischen EdP vorrangig durch die Übernahme anderer Stromunternehmen. Die größten Reduktionen hingegen erreichten E.ON und ENEL. Dies sei auf die Abgabe von Kapazitäten an andere Anbieter (ENEL), auf den geringeren Einsatz von Kohle in England und die höhere Stromerzeugung der Kernkraftwerke in Deutschland (E.ON) zurückzuführen.

Trotz Strompreiserhöhung Abwertungsrisiken

Berthold Metzger, Partner und Leiter des Bereiches Climate Change Services bei PwC, sieht die deutschen Stromerzeuger zwar gut positioniert, verweist jedoch auch auf künftige Risiken: "Der Handel mit Emissionsberechtigungen wird sich auf die Strompreise auswirken. Ob die Stromerzeuger die für die Berechtigungen entstehenden Kosten in der derzeitigen Wettbewerbssituation jedoch vollständig an ihre Kunden weitergeben können, bleibt fraglich. Soweit dies im Einzelfall nicht gelingt, verschlechtert sich die Ertragssituation und damit sinkt der Unternehmenswert. Problematisch wird es besonders dann, wenn der Unternehmenswert einer oder mehrerer Tochtergesellschaften unter den in der Bilanz der Muttergesellschaft angesetzten Wert fällt. Dies würde zwingend zu einer Abwertung führen. So prognostiziert die WestLB Panmure für alle von Emissionsbeschränkungen betroffenen Unternehmen weltweit ein Abwertungsrisiko von 200 bis 900 Milliarden US-Dollar. Deshalb gilt es, die von einer Abwertung bedrohten Unternehmen in einem Konzern frühzeitig zu identifizieren, um rechtzeitig geeignete Gegenstrategien entwickeln zu können."

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