Strom frei

Pumpspeicherwerk Goldisthal startet Dauerbetrieb

Vattenfall hat heute im thüringischen Goldisthal das größte Wasserkraftwerk Deutschlands in Betrieb genommen. Der Bau der Anlage dauerte sechs Jahre, insgesamt investierte das Unternehmen 620 Millionen Euro in das Projekt. Für Vattenfall Europe markiert das Werk den Abschluss des Investitionsprogramms in Ostdeutschland.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Goldisthal (ddp-lth). Das größte Wasserkraftwerk Deutschlands hat heute in Goldisthal den Dauerbetrieb aufgenommen. Alle Tests und Betriebsproben an der 1060-Megawatt-Wasserkraftanlage sind nach Angaben der Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG erfolgreich verlaufen. Die vier Turbinensätze seien nach und nach seit Oktober 2003 angefahren worden. Insgesamt 620 Millionen Euro investierte das Unternehmen in die Anlage. Der Bau dauerte sechs Jahre.

Landwirtschaftsminister Volker Sklenar (CDU) bezeichnete das Kraftwerk als "ein Meisterstück des Thüringer Talsperrenbaus". Als Ausgleich für den großen Eingriff in die Natur würden in ganz Thüringen zahlreiche Umweltschutzprojekte realisiert. Sie beträfen beispielsweise die Renaturierung von Bachläufen, die Aufforstung neuer Waldflächen, den ökologischen Umbau von Wäldern und das Auswildern bedrohter Tierarten.

Für Vattenfall Europe markiert das Werk in Goldisthal nach eigenen Angaben den Abschluss des Investitionsprogramms in Ostdeutschland. Bislang wurden in den neuen Ländern von dem Unternehmen fast zehn Milliarden Euro investiert.

Die Turbinen des Pumpspeicherwerks sind in einer Kaverne im Fels eines 869 Meter hohen Berges untergebracht. Das für den Betrieb notwendige Wasser kommt aus der Schwarza, die mit einer 67 Meter hohen Mauer gestaut wird. Aus einem künstlichen Reservoir unterhalb des Gipfels strömen bis zu zwölf Millionen Kubikmeter Wasser durch Rohre in das Unterbecken und treiben dabei die Turbinen an. Der auf diese Weise erzeugte Strom wird in das Netz eingespeist. Wird kein Strom benötigt, wird das Wasser wieder in das Oberbecken zurück gepumpt.

Insgesamt sechs Jahre haben die Bauarbeiten am Pumpspeicher-Kraftwerk Goldisthal gedauert. Bereits 1965 wurde mit der systematischen Suche nach einem geeigneten Standort begonnen. Ab 1975 begannen die Bauvorbereitungen, mussten aber in den Achtzigern aus ökonomischen Gründen unterbrochen werden. Nach der Wende wurde das Vorhaben von der jetzt zum Vattenfall-Konzern gehörenden Vereinigten Energie AG (VEAG) wieder in Angriff genommen. 1992 wurde ein Raumordnungsverfahren eröffnet, 1997 erfolgte der Stollenanschlag für den Zufahrtsstollen zu den Kavernen, 2003 wurden die ersten Pumpspeichersätze in Betrieb genommen.

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