Nächster Schritt

Prüfung zur Rückholung von Asse-Abfällen kann beginnen

Für die geplante Rückholung radioaktiver Abfälle aus dem einsturzgefährdeten unterirdischen Lager Asse können nach Behördenangaben die ersten Prüfungen beginnen. Da das Bergwerk einzustürzen droht, sollen die dort gelagerten rund 126.000 Fässer herausgeholt werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp/red) - Wie eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Donnerstag mitteilte, sei das dafür erforderliche atomrechtliche Genehmigungsverfahren zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in die Wege geleitet worden.

In einem ersten Schritt soll nun durch Tiefenbohrungen eine Probeentnahme aus zwei Einlagerungskammern der Asse vorgenommen werden. Nach BfS-Angaben wird die erste Bohrung vermutlich im November erfolgen. Die Proben sollen auf Radioaktivität und chemische Zusammensetzung hin untersucht werden.

In dem ehemaligen Salzbergwerk lagern etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Die Grube droht voll Wasser zu laufen und ist einsturzgefährdet. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte angekündigt, die Abfälle aus der Asse herauszuholen. Sie werden anschließend vermutlich im Schacht Konrad, einem ehemaligen Einsenerzbergwerk bei Salzgitter, eingelagert. Dazu ist aber vermutlich eine Änderung des Planfeststellungsbeschlusses für Konrad erforderlich.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atommüll

    Endlagerkriterium: Atommüll soll rückholbar sein

    Die Frage nach der Lagerung von Atommüll könnte die dafür eingesetzte Kommission noch lange beschäftigen. Die Mitglieder besuchten am Montag das marode Atomlager Asse. Eines schien anschließend festzustehen: Die Fehler aus der Vergangenheit sollen nicht noch einmal begangen werden.

  • Atomenergie

    Wildschweine sind immer noch kontaminiert

    Deutliche Spuren des Reaktorunfalls von Tschernobyl sind in Deutschland auch nach 25 Jahren noch vorhanden: So wurde 2011 beim Fleisch von Wildschweinen der Grenzwert für radioaktives Cäsium von 600 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) in vielen Regionen der Bundesrepublik überschritten.

  • Energieversorung

    Arbeiten zur Stabilisierung der Asse fortgesetzt

    Im niedersächsischen Atommülllager Asse sind die Arbeiten zur Stabilisierung der Schachtanlage wieder aufgenommen worden. Bei der sogenannten Firstspaltverfüllung würden Resthohlräume in Kammern, in denen keine Atomabfälle lagern, mit Spezialbeton ausgegossen.

  • Stromnetz Ausbau

    Trittin: Asse war Pilotprojekt für Gorleben

    Das Atommülllager Asse war nach Aussage des früheren Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) ein "Pilotprojekt" für das geplante Endlager Gorleben. Im Bergwerk Asse sei die Einlagerung von Atommüll in Salz im Hinblick auf den Salzstock Gorleben geprobt worden.

  • Hochspannungsleitung

    Schacht Konrad: Jetzt Klage vor Menschenrechtsgerichtshof

    Mit einer Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte will ein niedersächsischer Landwirt ein neues Genehmigungsverfahren für das Atommüllendlager Schacht Konrad erzwingen. Dabei geht es auch um das Klagerecht zum Schutz künftiger Generationen.

Top