Verhandlungen starten heute

Protestzug gegen atomare Zwischenlager in Bayern

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof verhandelt seite heute 10.30 Uhr über den geplanten Bau der drei bayerischen Atommüll-Zwischenlager in Gundremmingen, Grafenrheinfeld und Ohu bei Landshut. Dabei werden erstmals öffentlich die Klagen von Anrainern und Atomkraft-Gegnern gegen atomare Zwischenlager erörtert.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp-bay/sm) - Etwa 60 Atomkraftgegner haben heute in München gegen den Bau von drei bayerischen Atommüll-Zwischenlagern demonstriert. Vor Beginn des Gerichtsverfahrens gegen die Zwischenlager in Gundremmingen, Grafenrheinfeld und Ohu bei Landshut zogen die Demonstranten in einem Protestzug vom Hauptbahnhof zum Verwaltungsgerichtshof in der Bayerstraße. Mit Sprechchören und Transparenten forderten sie den Baustopp der geplanten atomaren Zwischenlager. Mit sich führten sie auch ein Modell eines Castor-Behälters.

Die mündlichen Verhandlungen vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof beginnen heute und dauern zunächst bis Donnerstag. Nach Angaben des Forums "Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik" werden dabei erstmals in Deutschland öffentlich die Klagen von Anrainern und Atomkraft-Gegnern gegen atomare Zwischenlager erörtert.

Die Einwände gegen die Anlagen konzentrieren sich auf Sicherheitsfragen, wie der Sprecher des Forums, Raimund Kamm, in einem ddp-Interview sagte. Laut Kamm bieten die Hallen der Zwischenlager "keinen Schutz gegen Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe". Vor dem Protestzug sagte Kamm: "Wir sind fest davon überzeugt, dass die Sicherheitsbestimmungen der Zwischenlager nicht erfüllt sind."

Bayern ist mit fünf Atomanlagen das Bundesland mit den meisten Reaktoren in Deutschland. Betrieben werden die drei Kernkraftwerke, für die jetzt Zwischenlager errichtet werden sollen, von den Energiekonzernen RWE und E.ON. Ein endgültiges Ergebnis wird frühestens zum Ende des Jahres erwartet.

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