Erörterungen

Proteste zu Beginn der Anhörungen zu Kraftwerk Staudinger

Befürworter und Gegner einer Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger haben am Dienstag zu Beginn des Erörterungstermins in Hainburg demonstriert. Ein Polizeisprecher sagte, dass etwa 120 Beschäftigte des Kraftwerks an einer Kundgebung für den Bau des neuen Blocks teilnahmen, gleichzeitig protestierten rund 50 Menschen gegen den Ausbau.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hainburg (ddp-hes/red) - Anschließend hätten beide Gruppen friedlich die öffentliche Anhörung in der Kreuzburghalle verfolgt. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt wird sowohl den öffentlichen Stellen als auch der Bürgerinitiative "Stopp Staudinger" Gelegenheit gegeben, dem Energiekonzern E.ON ihre Anregungen und Bedenken vorzubringen. Die Erörterungen finden in den nächsten Wochen täglich statt. In dem Abstimmungsverfahren wird die Raumverträglichkeit des neuen Kraftwerkblocks geprüft.

"Mit aller Macht verhindern"

Die Grünen-Fraktion kritisierte am Dienstag, die von E.ON eingereichten Unterlagen zum geplanten Raumordnungsverfahren seien "an allen Ecken und Enden" fehlerhaft. Der Konzern versuche, den Bedarf eines Neubaus "mit Schönrechnerei" nachzuweisen. Der Neubau von Kohlekraftwerken sei energietechnisch nicht notwendig, klimapolitisch widersinnig und volkswirtschaftlich kontraproduktiv. "Darum muss er mit aller Macht verhindert werden", betonte Grünen-Politikerin Ursula Hammann.

Linke-Fraktionschefin Janine Wissler forderte, das Raumordnungsverfahren auszusetzen, bis E.ON "seriöse und vollständige wissenschaftliche Prognosen" vorlege. Das Unternehmen konterkariere mit seiner Konzernpolitik wichtige Klimaschutzziele. "Und Arbeitsplätze lassen sich langfristig nur durch den Umstieg auf nachhaltige Energien sichern", sagte Wissler.

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