Atomkraftwerk der neuen Generation

Proteste gegen neuen Druckwasserreaktor in Frankreich

In Nordfrankreich haben hunderte Menschen gegen den Bau des Druckwasserreaktors protestiert, der dort in drei Jahren gebaut werden soll. Zwischen 500 und 700 Teilnehmer demonstrierten am Sonntagnachmittag in Dieppe gegen den EPR, wie die Organisatoren mitteilten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Dieppe (afp/red) - Der erste Atomreaktor der dritten Generation in ganz Europa, der derzeit in Finnland gebaut werde, sei "technisch gescheitert" und habe drei Jahre Verspätung, sagte ein Sprecher der Bewegung "Stop-EPR in Penly". Der erste französische EPR im nordfranzösischen Flamanville sei "auf dem gleichen Weg". Der dritte geplante EPR in Penly beschleunige "die Katastrophe" bloß.

"Geben wir den erneuerbaren Energien eine Chance", forderte der Sprecher der Gruppierung bei der Kundgebung, an der sich auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Grünen beteiligten. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hatte den zweiten hochmodernen Reaktor an der Nordküste vor einem Jahr angekündigt. Das Land bezieht knapp vier Fünftel seines Stroms aus Atomkraftwerken. Ein Großteil der 58 Reaktoren stammt aus den 80er Jahren; mit der neuen Generation soll der Atompark erneuert werden.

Der Europäische Druckwasserreaktor soll leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke sein. Er wurde vom französischen Atomkonzern Areva zusammen mit dem Münchner Siemens-Konzern entwickelt.

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