Flut: Zwei Milliarden Euro Schaden?

Protest vor Hamburger Esso-Zentrale

Greenpeace führt seine Kampagne gegen Esso fort - und nimmt auch andere Ölfirmen ins Visier. Heute forderten die Umweltschützer im Rahmen einer Protest-Aktion vor der Hamburger Esso-Zentrale von allen Ölfirmen Soforthilfe und Investitionen in erneuerbare Energien: "Wer mitschuldig ist am Klimachaos, der muss auch zur Kasse gebeten werden".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Aus Protest gegen die vermeintlich klimaschädliche Geschäftspolitik des Ölkonzerns ExxonMobil (Esso) haben heute 20 Greenpeace-Aktivisten vor dessen Europa-Zentrale in Hamburg mehrere hundert Sandsäcke gefüllt. Die Säcke sollen in den von der Flut bedrohten Gebieten entlang der Elbe, Mulde und Donau eingesetzt werden. Unter Sirenenalarm zeigten die Greenpeace-Aktivisten Fotos der aktuellen Überschwemmungen mit der Bildunterschrift "powered by Esso". Auf einem Transparent stand "Klimachaos - Esso ist mitschuldig". Laut Greenpeace bestreitet der Ölkonzern bis heute, dass die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas das Klima erwärmt und die Intensität und Häufigkeit von Unwettern erhöht.

"Auch die Ölkonzerne tragen eine Verantwortung für die sintflutartigen Regenfälle und überschwemmten Wohnviertel. Wer mitschuldig ist am Klimachaos, der muss auch zur Kasse gebeten werden", forderte Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Der Konzern müsse die Menschen in den Überflutungsgebieten finanziell unterstützen, forderte er. Greenpeace fordert zudem auch die Ölkonzerne Esso, Aral/BP, Shell und TotalFinaElf zur finanziellen Soforthilfe für die Hochwasser-Regionen auf. Darüber hinaus sollen die Ölmultis massiv in den Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse investieren.

"Es ist billiger, vorsorglich in den Klimaschutz und in erneuerbare Energien zu investieren, als in den nächsten Jahrzehnten ständig die Schäden von Orkanen und Sintfluten zu beheben", so Smid. Nach Angaben der Münchener Rückversicherung werden die Schäden der aktuellen Überschwemmungen die Kosten des Hochwassers an der Oder im Juli 1997 deutlich übertreffen. Damals lag der volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland bei 1,5 bis 2 Milliarden Euro.

"Esso handelt nach dem Motto: Nach uns die Sintflut", sagte Karsten Smid. Anders als andere Ölkonzerne investiere Esso bisher nicht in erneuerbare Energien. Auch die Absage der USA an das internationale Klimaschutzprotokoll von Kyoto gehe auf den Einfluss des Ölmultis zurück.

Zum UN-Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung in Johannesburg (26. August bis 4. September 2002) fordert Greenpeace, dass sich die Regierungsvertreter auf eine globale Rahmenvereinbarung für ein Umwelthaftungsrecht einigen. Ab dem Jahr 2005 sollen dann Großkonzerne weltweit für ihre Umweltverbrechen zur Verantwortung gezogen werden können. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) werden an dem Gipfel teilnehmen, insgesamt werden Delegierte von über 170 Staaten erwartet.

Weiterführende Links
  • Die Greenpeace-Website zum Esso-Boykott:
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