Anti-Kohle-Tour

Protest gegen drei neue Kohlekraftwerke in Stade

Umweltschützer haben am Samstag in Stade gegen den Bau von drei neuen Kohlekraftwerken demonstriert. Die Demonstration war Teil einer bundesweiten Protestaktion. Während seiner "Anti-Kohle-Tour" zieht das Aktionsbündnis einen Monat lang durch insgesamt zehn Städte, in denen demnächst über neue Kohlekraftwerke entschieden wird.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stade (ddp-nrd/sm) - Die Demonstranten errichteten ein fünf Meter hohes, als Dinosaurier gestaltetes Kohlekraftwerk. Aus dem "Kohlosaurus" ließen die Aktivisten Hunderte "CO2-Ballons" aufsteigen, die die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisierten sollten. Auf Plakaten forderten die Demonstranten: "Dinosaurier-Technologie stoppen!" Die Aktion gemeinsam mit regionalen Bürgerinitiativen richtete sich gegen die drei von Electrabel, Dow Chemical und E.ON in Stade geplanten Steinkohlekraftwerke, wie das Aktionsbündnis "Zukunft statt Kohle" mitteilte.

Die Anti-Kohle-Tour soll am 22. Oktober in Schwerin und Lubmin bei Greifswald ihren Abschluss finden. Insgesamt planten Energiekonzerne in den nächsten Jahren, in Deutschland rund 30 neue Kohlekraftwerke zu errichten.

Bürgerinitiative: Stade soll Bau stoppen

Stefan Kruijer von der Bürgerinitiative Stade/Altes Land sagte: "Die drei neuen, hier bei Stade geplanten Kraftwerke würden in den nächsten 40 Jahren rund 680 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen - das ist mehr als ganz Großbritannien in einem Jahr emittiert." Die Stadt Stade müsse ihre kommunalen Rechte wahrnehmen und über die Bauleitplanung die Kohlekraftwerke verhindern. Die niedersächsische Landesregierung solle zudem die Genehmigungsverfahren für alle Kohlekraftwerke sofort stoppen, forderte Kruijer.

Reinhard Benhöfer von der Arbeitsstelle Umwelt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover sprach sich für einen Mix aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kraftwerken aus, deren Leistung sich flexibel an Wind und Wetter anpassen lasse. "Wir brauchen eine Energieerzeugung, die auf vielen Schultern ruht", fügte er hinzu.

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