Testregion

proKlima führt Feldversuch zu Energiepässen durch

Der Gebäudeenergiepass ist ab 2006 europaweit Pflicht, um den Energiebedarf einer Immobilie zu ermitteln. Bereits seit 1999 hat proKlima mit dem "Energiepass Region Hannover" den Energiebedarf von Häusern analysiert, nun dient dieses Gebiet als Testregion, um das künftig bundesweite Dokument zu erproben.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Mehr als 250 Fachleute aus Wohnungswirtschaft, Handwerk und Architektur informierten sich auf der Veranstaltung "Der Energiepass kommt" bei der Stadtwerke Hannover AG über den Gebäudeenergiepass. Dieser ist ab 2006 in Deutschland und Europa Pflicht, laut EU-Gebäuderichtlinien ist das Dokument dann bei jeder Neuvermietung oder dem Verkauf einer Immobilie vorzulegen, um den Energiebedarf von Häusern transparenter zu machen.

Im Fördergebiet des Klimaschutzfonds proKlima besteht mit dem "Energiepass Region Hannover" schon seit 1999 ein Instrument, das den Energiebedarf eines Hauses analysiert. Rund 6.000 dieser Energiepässe wurden bis Mitte 2004 erstellt und von proKlima gefördert. Darum wählte die Deutsche Energie-Agentur (dena) dieses Gebiet als Testregion, um den künftig bundesweiten Gebäudeenergiepass zu erproben. Dieser Feldversuch dauert noch bis Ende des Jahres an.

Die in der Praxis bisher gewonnenen Erkenntnisse stützten auch Heike Böhmer und Horst Helmbrecht vom Institut für Bauforschung. So werfen ungeklärte rechtliche Rahmenbedingungen zum Beispiel Fragen hinsichtlich Schadensersatz und Haftungsregelungen auf. Peter Waßmann vom Bundesfachverband Wohnungs- und Immobilienverwalter e.V. sprach gegen die bundesweite Einführung des Energiepasses aus, da dadurch für den Gebäudeeigentümer höhere Kosten entstehen und aufgrund klimatischer Unterschiede eine regionale Vergleichbarkeit fehle. Eine Möglichkeit, den bestehenden Modernisierungsstau aufzulösen, sah dagegen Jürgen Engelhardt, technischer Referent des Fachverbandes Sanitär, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik Niedersachsen. Um für Gebäudeeigentümer auch unter Kostengesichtspunkten eine energieeffiziente Lösung zu erzielen, sei eine engere Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft, Planern und Handwerk nötig.

"Die neuen Energiepässe erfreuen sich einer großen Nachfrage - schon jetzt sind mehr als 300 ausgestellt", so Anke Unverzagt, proKlima-Mitarbeiterin und Koordinatorin des Feldversuches. "Eine erste Zwischenevaluation der dena und unsere eigenen Erfahrungen zeigen bereits, dass die Verständlichkeit des erprobten Energiepasses hoch ist."

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