Fortschrittsbericht

Prognose: EU-Länder erreichen Emissionsminderungsziele

Die EU wird die Emissionsminderungsziele für Treibhausgase nach dem Kyoto-Protokoll einhalten. Zu diesem Schluss kommt ein von der EU-Kommission angenommener Fortschrittsbericht. Bestehende nationale Strategien und Maßnahmen werden wohl eine Minderung um 8,6 Prozent bis 2010 ergeben.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Brüssel (red) - Die EU und die Mehrheit der einzelnen Mitgliedstaaten dürften in der Lage sein, ihre Emissionsminderungsziele für Treibhausgase nach dem Kyoto-Protokoll mithilfe der gegenwärtig vorgesehen Strategien, Maßnahmen und Projekte in Drittländern zu erreichen. Zu diesem Schluss kommt ein Fortschrittsbericht, der jetzt von der Europäischen Kommission angenommen wurde.

Die 15 Mitgliedstaaten der "alten" EU haben sich bis 2012 zur Minderung ihrer Emissionen um acht Prozent gegenüber den Werten von 1990 verpflichtet, während die meisten der neuen Mitgliedstaaten jeweils eigene Reduktionsziele zwischen sechs und acht Prozent festgelegt haben. Aufgrund der jüngsten Prognosen ist davon auszugehen, dass bestehende nationale Strategien und Maßnahmen sowie Emissionsgutschriften eine Minderung um 8,6 Prozent für die EU15 bis 2010 ergeben werden. "Der Fortschrittsbericht stimmt optimistisch, dass sowohl die EU15 als auch die neuen Mitgliedstaaten auf dem besten Wege sind, ihre Kyoto-Ziele einzuhalten. Dies ist unabdingbar, will die EU ihre führende Rolle im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel beibehalten", kommentierte Stavros Dimas, EU-Umweltkommissar. Dennoch müssten die vorgesehenen zusätzlichen Strategien und Maßnahmen wirksam umgesetzt werden, wenn die erforderlichen weiteren Verringerungen erreicht werden sollen.

Keinen Eingang in die Prognosen für 2010 fanden einige bedeutende Maßnahmen zur weiteren Emissionsminderung, die in Kürze in Angriff genommen werden, so das Emissionshandelssystem oder die Nutzung von "Kohlenstoffsenken" wie Wäldern zum Ausgleich von Emissionen.

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