Zuversichtlich

Prognose: 22 400 Megawatt Windleistung in Deutschland bis 2010

Eine Prognose der Deutschen Windenergie-Institut GmbH über den Ausbau der Windenergienutzung bis zum Jahr 2010 hat ergeben, dass Deutschland diese Zukunftsenergie von derzeit 8750 Megawatt auf 22 400 nahezu verdreifachen wird. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Ausbau der Kapazitäten auf See (Offshore) zu.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Im Vorfeld der neuen Fachmesse WindEnergy, die vom 18. bis 21 Juni 2002 in Hamburg stattfindet, wurde von der Hamburg Messe und Congress GmbH eine aktualisierte Prognose des Ausbaus der Windenergienutzung beim Deutschen Windenergie-Institut GmbH (DEWI) in Auftrag gegeben. Ergebnis der Befragung von in der Windenergie tätigen Firmen und Institutionen in Deutschland und Europa: Deutschland wird bis 2010 etwa 20 000 Megawatt installierte Leistung auf dem Land (derzeit 8750 Megawatt) und 2400 Megawatt (derzeit null Megawatt) auf See haben.

Für Deutschland wurde erstmals versucht, den möglichen Ausbau der Windenergie im On- wie im Offshorebereich bis zum Jahr 2030 darzustellen, wobei auch der Ersatz von alten Windturbinen durch neue (Repowering) mit einbezogen wurde. Der Ausbau der Offshore-Anwendung wurde für die Anfangsphase eher vorsichtig geschätzt, da noch einige Fragen unzureichend geklärt sind. Dennoch zeigen sich die Verfasser der Prognose zuversichtlich: Im Jahr 2030 sollen etwa 21 000 Megawatt auf dem Land und 26 000 Megawatt auf See installiert sein. Mit den deutlich höheren Energieerträgen im Offshorebereich würden damit durchschnittlich mehr als 130 Terawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden können. Damit kämen, bezogen auf den heutigen elektrischen Energiekonsum in Deutschland, etwa 28 Prozent aus der Windenergie.

Wie die Umfrage ergab, konzentrieren sich die Firmen zunächst auf den europäischen Markt. Als künftige europäische Zielländer für die eigene Marktausweitung werden von den befragten Firmen am häufigsten Spanien, Italien, Frankreich, Polen und die Türkei genannt. Außerhalb Europas werden als wichtige künftige Märkte Brasilien und China aufgeführt. Generell wird die Entwicklung des Weltmarktes während der kommenden fünf Jahre von den Befragten einheitlich positiv gesehen. Die Prognose sieht für das Jahr 2010 weltweit eine in Windturbinen installierte Leistung von beinahe 120 000 Megawatt (derzeit 25 000 Megawatt) voraus. Interessant: Bis einschließlich 2002 ist die jährlich installierte Leistung in Deutschland durchschnittlich so groß wie die gesamte im übrigen Europa.

Windenergie wird heute genutzt zur Erzeugung elektrischen Stroms, der in das öffentliche Verteilernetz eingespeist wird. Es gibt laut Prognose mittel- und langfristig aber auch andere Möglichkeiten, wie beispielsweise Nutzung der Windenergie zur Wasserentsalzung, Einsatz in kleinen, dieselelektrischen Netzen zur Treibstoffeinsparung oder zur Erzeugung von Wasserstoff. Die Firmen wurden deshalb befragt, wann für sie diese Anwendungen als zusätzliches Marktelement interessant werden könnten. Die überwiegende Mehrheit sah die Wasserentsalzung als Markt schon nach 2004, eine Minderheit erst nach 2007. Wind/Diesel-Anwendungen werden eher nach 2007 und Wind/Wasserstoff überwiegend erst nach 2010 von den Firmen als interessant eingestuft.

Das könnte Sie auch interessieren
  • 500 Euro

    Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sind wieder gesunken

    Sowohl Heizöl als auch Diesel und Benzin sind im Juni und Juli noch einmal günstiger geworden. Der Preisunterschied ist besonders hoch, wenn man die Kosten mit denen aus dem vergangenen Jahr vergleicht.

  • Atomkraft

    Wind liefert günstigeren Strom als AKW Hinkley Point C

    Gegen die Subventionierung des britischen AKW Hinkley Point C reichte Greenpeace 2015 Klage ein. Mit einer Studie will die Umweltschutzorganisation nun zeigen, dass es eine deutlich günstigere Möglichkeiten der Stromerzeugung gibt, die Strom mit Hilfe von erneuerbaren Energien produzieren würde.

  • Hochspannungsmasten

    New Power Forum auf der Energy 2002

    Im Rahmen der Hannover Messe, die vom 15. bis 20. April stattfindet, veranstaltet die Flad & Flad Communication Group ein "New Power Forum", das sich mit Expertenvorträgen und Diskussionen insbesondere mit den internationalen Märkten für regenerative Energien befasst. Fachforum und Messepräsentation werden verknüpft und sollen so die Kommunikation erleichtern.

  • Mobilfunk Tarife

    Telefonieren am Steuer: Saftige Strafen drohen

    Fast überall in Europa ist heute für Autofahrer die Benutzung von Handys während der Fahrt tabu. Wer dennoch mit dem Mobiltelefon am Ohr erwischt wird, darf mit saftigen Strafen rechnen.

  • Telefontarife

    Vier Wochen billig ins Ausland

    Die Multitelecom-Citybill GmbH, ein Reseller von Colt Telecom, senkt ab ersten Februar für vier Wochen die Preise für internationale Gespräche ins Festnetz von 19 ausgewählten Ländern.

Top