Sparprogramm

Probleme in England: TXU stoppt Europa-Aktivitäten vorläufig

Der amerikanische Energiekonzern TXU hat für seine Aktitiväten in Europa die Notbremse gezogen: Die weitere Expansion auf dem deutschen Markt wurde auf Eis gelegt, 900 Millionen Dollar sollen jährlich eingespart werden. Auch im Gespräch: Der Verkauf von Tochterunternehmen. Inwieweit die Stadtwerke Kiel, ares oder die BVAG betroffen sind, ist noch unklar.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der amerikanische Energiekonzern TXU Corp. (Dallas) will mit einem Verkauf von Teilen seines Europa-Geschäfts und einem restriktiven Sparprogramm die Liquidität des Konzerns sichern. Wie die "Kieler Nachrichten" in den vergangenen Tagen mehrfach berichteten, hatte der Konzern aufgrund von Problemen im britischen Strommarkt, wo TXU Europe mehr als fünf Millionen Kunden mit Energie versorgt, eine Gewinnwarnung herausgegeben und die Dividende um 80 Prozent gekürzt. Zudem verhandele der Konzern mit den Banken über weitere Kredite.

Problem: Großbritannien

Der Strommarkt in Großbritannien ist auch nach mehreren Jahren der Liberalisierung stark umkämpft, die Strompreise sinken stetig. Zwar versucht TXU derzeit, seine Stromverträge neu zu verhandeln, derzeit zahlt das Unternehmen jedoch mehr, als es bekommt, berichten die "Kieler Nachrichten" in ihrer Online-Ausgabe.

Einstieg in Lübeck geplatzt

Aus diesem Grund hat der amerikanische Mutterkonzern jetzt wohl die Notbremse für das Europageschäft gezogen. Der mit dem Erwerb der Stadtwerke Kiel (51 Prozent), der ares Energie-direkt GmbH (100 Prozent) und der Braunschweiger Versorgungs-AG (74,9 Prozent) in Deutschland begonnene Aufbau einer Art "Stadtwerke-Netz" wurde jetzt auf Eis gelegt. Davon betroffen dürfte auch der geplante Einstieg bei den Lübecker Stadtwerken sein.

Werden deutsche Unternehmen verkauft?

Doch damit nicht genug. Wie jetzt Christian Judge von TXU Europe in Großbritannien dem strom magazin auf Anfrage bestätigte, plant TXU den Verkauf eines Teils des Europa-Geschäfts. Ob sich auch die deutschen TXU-Töchter in Kiel, Braunschweig und Berlin auf einen neuen Eigentümer gefasst machen müssen, ist indes noch unklar. Presseberichten zufolge soll der Düsselsorfer E.ON-Konzern bereits Interesse angemeldet haben. Judge bestätigte dem strom magazin, dass das Interesse an Teilen des europäischen TXU-Geschäftes groß sei, wollte konkrete Namen jedoch nicht nennen. Seinen Angaben zufolge wartet TXU jetzt auf konkrete Angebote und wird dann entscheiden.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Verbraucherschützer: Netzentgelte müssen transparenter werden

    Die Netzentgelte kosten Stromkunden rund 240 Euro im Jahr. Experten zufolge könnte der Betrag um etwa ein Zehntel geringer ausfallen. Das Problem: Die Zusammensetzung der Netzkosten ist intransparent, nur die Regulierungsbehörden wissen darüber Bescheid, wie genau die Netzbetreiber rechnen.

  • Treibhausgase

    Förderung für Kohlemeiler soll verlängert werden

    Klimaschädliche Kohlekraftwerke sollen nun neben der Kohle-Reserve auch noch über das neue KWK-Gesetz gefördert werden. Das zumindest lässt eine Vereinbarung der Koalition verlauten. Die Grünen werfen der Bundesregierung vor dem Hintergrund des Klimagipfels ein doppeltes Spiel vor.

  • Strompreise

    Bewag behauptet sich regional

    Regional behauptet und überregional an Stärke gewonnen - mit diesen Worten beschrieb Hans-Jürgen Cramer, Sprecher des Vorstandes der Berliner Bewag, auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz den Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres. Gleichzeitig bezeichnete er die Integration der Bewag in den neuen Konzernverbund Vattenfall Europe als Herausforderung.

  • Hochspannungsleitung

    EnergiePartner Süd: Preisgünstiger Strom durch geschickten Handel an der Strombörse

    Vier Jahre gibt es den liberalisierten Strommarkt – vier Jahre alt ist auch die SüdWestStrom GmbH, eine der ersten Stromhandelskooperationen in Deutschland. Auch die EnergiePartner Süd – ein Zusammenschluss von sechs Stadtwerken im Ländle – profitiert nun vom Know-how der Tübinger, die mit sieben Experten den Strommarkt durchleuchten.

  • Hochspannungsleitung

    TXU sponsert Eintracht Braunschweig

    In den kommenden drei Jahren werden die Spieler der Eintracht Braunschweig das Logo der "TXU Energie" auf ihren Trikots tragen. Über ein dreijähriges Sponsoring hat der Fußballverein mit dem Mutterunternehmen der Stadtwerke Kiel oder der ares Energie direkt GmbH jetzt einen Vertrag abgeschlossen.

Top