Erkundungen

Probebohrungen bei Atommülllager Asse II

Der Betreiber des Atommülllagers Asse II hat mit Probebohrungen in der Umgebung der Anlage im Kreis Wolfenbüttel begonnen. Die Bohrungen sollen neue Erkenntnisse über die oberflächennahe Struktur des Deckgebirges bringen, teilte das Helmholtz-Zentrum München am Montag mit.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp-nrd/sm) - Insgesamt seien drei Erkundungsbohrungen in einer Tiefe von bis zu 250 Metern geplant, sagte ein Sprecher. Das Grubengebäude mit den Kammern für den Atommüll beginnt den Angaben zufolge in rund 470 Meter Tiefe unter der Geländeoberfläche, die Kammern selbst liegen in 511 und 750 Meter Tiefe. Nach Abschluss der Arbeiten würden die Wege und die Bohrstellen wieder renaturiert, hieß es.

In das frühere Salzbergwerk Asse wurden zwischen 1967 und 1978 insgesamt rund 126.000 Fässer mit Atommüll eingelagert. Nach Angaben von Betreiber und Behörden lagern in den Kammern ausschließlich schwach und mittelstark strahlende radioaktive Abfälle. Kritiker wie zum Beispiel die niedersächsischen Grünen vermuten jedoch, dass auch stark wärmeentwickelnder Müll in der Asse vergraben wurde.

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