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Privatisierung der Stadtwerke Ingolstadt: Was läuft da mit den Stadtwerken München?

Heute endet die Frist zur Abgabe der verbindlichen Angebote zum Erwerb von Anteilen an den Stadtwerke Ingolstadt. Diese waren in einem öffentlichen Bieterverfahren ausgeschrieben worden. Bereits Ende November haben die Stadtwerke München beim Bundeskartellamt ein Zusammenschlussvorhaben angemeldet.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Heute erwartet das Bankhaus Oppenheim, das mit dem Verkauf einer maximal 49-prozentigen Beteiligung an den Stadtwerken Ingolstadt beauftragt wurde, die verbindlichen Angebote der Interessenten. In einem öffentlichen Bieterverfahren soll ein geeigneter Partner für das kommunale Energieversorgungsunternehmen gefunden werden, die Stadt Ingolstadt möchte einen Teil ihrer Anteile verkaufen.

Nach Informationen des "Donaukuriers" sind vier Kandidaten in der engeren Wahl, darunter der Großkonzern E.ON und die Stadtwerke München. Wie das strom magazin jetzt erfuhr, haben die Stadtwerke München ihr Zusammenschlussvorhaben mit den Stadtwerken Ingolstadt bereits am 28. November 2001 beim Bundeskartellamt angemeldet. Dies bestätigte ein Sprecher des Amtes dem strom magazin auf Anfrage. Allerdings sei dies kein Hinweis darauf, dass schon Entscheidungen gefallen sind, ergänzte er. Unternehmen können Zusammenschlussvorhaben auch anmelden, wenn nur eine Absicht vorliegt. Sollte die Entscheidung dann zu Gunsten des Unternehmens fallen, könnte so Zeit gespart werden. Denn eine Prüfung dieser Art kann sich mitunter vier Monate hinziehen. Sie kostet zwischen einigen tausend bis zu einigen zehntausend Mark.

Mit welcher Absicht die Stadtwerke München die Anmeldung zu diesem frühen Zeitpunkt eingereicht haben, bleibt unklar. Pressesprecherin Bettina Hess verweigerte eine Stellungnahme, weil Vertraulichkeit vereinbart worden sei. Auch bei den Stadtwerken Ingolstadt war man zu keiner Auskunft bereit. Am 18. Dezember will der Stadtrat in einer außerordentlichen Sitzung eine offizielle Entscheidung treffen. Wie das strom magazin allerdings aus Insiderkreisen erfuhr, fühlen sich einige Interessenten bereits übergangen und denken über Schadensersatzforderungen gegenüber der Stadt Ingolstadt nach.

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