In den ersten drei Quartalen

Primärenergieverbrauch in Deutschland stagniert

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland war nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 355 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Grund: Gegenläufig die deutlich kältere Witterung im ersten Quartal dieses Jahres und die insgesamt schwache Konjunktur.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Der Mineralölverbrauch lag mit 133,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten insgesamt um 2,7 Prozent unter dem Vergleichswert für 2002. Einem Absatz von leichtem Heizöl auf Vorjahresniveau (0,2 Prozent) standen teilweise starke Rückgänge vor allem bei den Kraftstoffverbräuchen (Ottokraftstoff: minus 5,4 Prozent, Dieselkraftstoff: minus 2,7 Prozent) und den übrigen Produkte gegenüber.

Erdgasverbauch stieg

Der Erdgasverbrauch stieg um 4,1 Prozent auf 75,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Die Entwicklung war maßgeblich von den extremen Temperaturen geprägt: So stand einem temperaturbedingt kräftigen Anstieg um 14 Prozent im ersten Quartal ein deutlicher Rückgang um 13 Prozent im dritten Quartal gegenüber. Eine höhere Erdgasnachfrage verzeichneten sowohl der Haushaltssektor als auch die Kraftwirtschaft und die Industrie.

Mehr Stein- und weniger Braunkohle

Der Steinkohlenverbrauch war mit 49,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 5,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Ursächlich für diese Entwicklung war vor allem der deutliche Anstieg beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft sowie der noch leicht höhere Verbrauch in der Stahlindustrie. Der Braunkohlenverbrauch lag in den ersten drei Quartalen 2003 mit 41,0 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 2,1 Prozent unter der Menge des Vorjahres. Die Veränderungen sind laut AG Energiebilanzen im Wesentlichen auf die Entwicklung bei den Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung sowie den Rückgang beim Einsatz zur Veredlung zurückzuführen.

Erzeugung in Wasserkraftwerken ging zurück

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke erreichte mit fast 44,9 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten nahezu den Vorjahreswert. Diejenige der Wasserkraftwerke ging um etwa zwölf Prozent zurück, während die der Windkraftanlagen um etwa 14 Prozent stieg. Zusammengenommen stieg die Stromerzeugung dieser beiden Bereiche um drei Prozent. Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger, wie zum Beispiel Biokraftstoffe) stieg gegenüber dem Vorjahr.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Hochspannungsmasten

    EU-Kommission stellt Harmonisierung der Energiebesteuerung vor

    Die Europäische Kommission hat die Entscheidung des Rates, die Mindestbesteuerung der Energieerzeugnisse europaweit zu harmonisieren begrüßt. "Diese wichtige Richtlinie schafft ein realistischeres System der Mindestbesteuerung für alle miteinander konkurrierenden Energieträger", kommentierte EU-Steuerkommissar Frits Bolkestein.

  • Energieversorung

    Clement erläutert seine Energiepolitik

    Rede des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, zur Eröffnung der Energiekonferenz von Bündnis 90/Die Grünen am 27. September 2003 in Berlin.

  • Hochspannungsleitung

    Baden-Württemberg will Rücknahme des Atom-Ausstiegs

    Der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel, sein Wirtschaftsminister Walter Döring und sein Umwelt-und Verkehrsminister Ulrich Müller haben sich gestern nach der Ministerratssitzung in Stuttgart für eine Rücknahme des Ausstiegs aus der Kernenergie ausgesprochen. Für die zukünftige Energieversorgung sei der richtige Energiemix entscheidend.

Top