Bilanz

Primärenergieverbrauch in Deutschland 2004 auf Vorjahresniveau

493 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten Energie hat Deutschland im vergangenen Jahr verbraucht - de facto soviel wie im Jahr 2003, und das trotz eines gesamtwirtschaftlichen Wachstums von 1,7 Prozent. Der Anteil der Wasserkraftwerke und der Windkraftanlagen an der Stromerzeugung stieg kräftig.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin/Köln (red) - Der Primärenergieverbrauch in Deutschland blieb nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Jahr 2004 - trotz eines gesamtwirtschaftlichen Wachstums von 1,7 Prozent - mit rund 493 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten auf dem Niveau des Vorjahres. Der Mineralölverbrauch unterschritt mit rund 179 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten nur knapp die Vorjahresmenge. Die Entwicklung verlief bei den einzelnen Produkten unterschiedlich. Der Absatz von leichtem Heizöl ging vor allem preisbedingt kräftig zurück (minus 9,3 Prozent); derjenige vom schweren Heizöl (minus 5,3 Prozent) und vom Ottokraftstoff (minus 2,7 Prozent) nahm ebenfalls ab. Dagegen stieg er bei Dieselkraftstoff (plus 3,4 Prozent) und Rohbenzin (plus 4,7 Prozent) deutlich.

Der Erdgasverbrauch war mit rund 110 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten geringfügig höher als im Vorjahr (plus 0,3 Prozent) bei unterschiedlicher Entwicklung in den einzelnen Quartalen und Verbrauchssektoren. In der Industrie wurde konjunkturbedingt mehr Erdgas eingesetzt. Während der Einsatz in Kraftwerken etwa konstant blieb, ging die Nachfrage der privaten Haushalte bedingt durch die höheren Temperaturen in der Heizperiode leicht zurück.

Der Steinkohlenverbrauch war mit rund Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 3,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich für diese Entwicklung war der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft. Die Stahlindustrie hat den Verbrauch des Vorjahres bei günstiger Konjunktur leicht übertroffen.

Der Braunkohlenverbrauch blieb wegen der höheren Lieferungen an die Kraftwerke mit rund 56 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten knapp über dem Vorjahresniveau (plus 0,5 Prozent). Die Stromerzeugung der Braunkohlenkraftwerke war insgesamt etwas höher.

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke stieg gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Prozent. Der Beitrag der Wasserkraftwerke wie derjenige der Windkraftanlagen stieg kräftig. Insgesamt erhöhte er sich um reichlich ein Fünftel. Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger) nahm gegenüber 2003 um 1,5 Prozent zu. Der Beitrag aller erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belief sich 2004 auf rund drei Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Energieversorung

    Umsteigen auf regenerative Energien lohnt sich

    Da eine Umrüstung auf eine umweltfreundliche Heizung teilweise bezuschusst wird, sei der Umstieg auf alternative Heiztechniken zunehmend lukrativ. Gerade die Pelletheizung erobert einen immer größeren Markt. Auch Solaranlagen seien wirtschaftlich rentabel, gerade bei einer ohnehin anstehenden Dacherneuerung.

  • Energieversorung

    ExxonMobil: Starker Euro dämpft Ölpreisanstieg / Primärenergieverbrauch steigt

    Während der Mineralölverbrauch erneut um mehr als ein Prozent zurückging, legte Erdgas um ein halbes Prozent zu. Steinkohle sank um knapp drei Prozent und der Verbrauch der überwiegend reviernah zur Stromerzeugung eingesetzten Braunkohle stieg um 0,5 Prozent. Das geht aus Veröffentlichungen von ExxonMobil hervor.

  • Hochspannungsleitung

    EnBW am Biomasse-Heizkraftwerk in Ulm beteiligt

    Wasserkraft ist und bleibt in Sachen regenerativer Energie das Hauptbetätigungsfeld der EnBW - doch zunehmend setzt das Unternehmen auch auf andere Öko-Energieträger. Jüngstes Beispiel ist das Biomasse-Heizkraftwerk in Ulm, an dem die EnBW mit 50 Prozent beteiligt ist. Bei einem Einsatz von 156.000 Tonnen Holz kann man künftig 110.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr sparen.

Top