Statistik

Primärenergieverbrauch im ersten Halbjahr 2004 niedriger als im Vorjahr

246 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten Energie hat Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verbraucht. Das waren knapp zwei Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Stromerzeugung in Kernkraftwerken und aus Windkraft stieg, in Wasserkraftanlagen war er weitgehend stabil.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug nach ersten Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im ersten Halbjahr 2004 knapp 246 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Das waren 1,9 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Temperatur- und Preiseffekte beeinflussten diese Entwicklung wesentlich, bilanziert die AG.

Der Mineralölverbrauch war mit insgesamt 86,4 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003 um 3,3 Prozent niedriger. Dies ist vor allem das Ergebnis eines massiven Rückgangs des Absatzes von leichtem Heizöl (minus 19 Prozent). Der Verbrauch von Kraftstoffen entwickelte sich unterschiedlich, während der Absatz von Ottokraftstoff (minus 2 Prozent) und von Flugtreibstoff (minus 0,1 Prozent) zurückging, nahm der Absatz von Dieselkraftstoff zu (plus 4 Prozent).

Der Erdgasverbrauch sank um 1,3 Prozent auf 59,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten, maßgeblich bedingt durch die im Vorjahresvergleich deutlich wärmeren Temperaturen im ersten Quartal, heißt es in dem Bericht. Eine geringere Erdgasnachfrage verzeichnete der Haushaltssektor, während der industrielle Erdgaseinsatz leicht stieg.

Der Verbrauch an Steinkohlen war im ersten Halbjahr 2004 mit 32,4 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 5,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich für diese Entwicklung war vor allem der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft sowie ein niedrigerer Verbrauch in der Stahlindustrie. Der Braunkohlenverbrauch blieb mit 27,8 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten knapp unter dem Vorjahresniveau (minus 0,4 Prozent). Wegen der guten Auslastung der Neubau-Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad war - trotz geringerem Kohleeinsatz - die Stromerzeugung der Braunkohlenkraftwerke höher als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke stieg um 3,7 Prozent auf 31,4 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Diejenige der Wasserkraftwerke ging geringfügig zurück, während die der Windkraftanlagen sich um fast 27Prozent erhöhte. Zusammengenommen nahm die Stromerzeugung aus Wind und Wasser um knapp 13 Prozent zu.

Im ersten Halbjahr 2004 wurde mehr Strom ins Ausland geliefert als bezogen, so dass ein Exportüberschuss entstand.

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