DIW-Wochenbericht

Primärenergieverbrauch fast unverändert

Verbrauchssteigernde Effekte infolge der konjunkturellen Belebung, aber auch kräftige Energiepreissteigerungen, die den Anreiz zur Energieeinsparung verstärkten, haben im vergangenen Jahr zu einem nahezu unveränderten Primärenergieverbrauch geführt. Auch für dieses Jahr werden keine großartigen Veränderungen erwartet.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Primärenergieverbrauch in Deutschland hat sich 2004 mit knapp einem Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Dabei standen den verbrauchssteigernden Effekten infolge der konjunkturellen Belebung dämpfende Einflüsse der kräftigen Energiepreissteigerungen gegenüber, die den Anreiz zur Energieeinsparung verstärkt haben, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem gestern in Berlin veröffentlichten Wochenbericht. Auch im laufenden Jahr dürfte der Primärenergieverbrauch keine grundlegenden Änderungen erfahren.

Die Stromerzeugung in Windkraftanlagen ist im vergangenen Jahr laut DIW um fast ein Drittel gestiegen und dürfte damit bundesweit einen Anteil von gut vier Prozent an der gesamten Stromerzeugung erreicht haben. Der Beitrag aller erneuerbaren Energien zur Bruttostromerzeugung habe bei neun Prozent gelegen.

Die Perspektiven der Energiepreisentwicklung im laufenden Jahr bewerten die DIW-Experten als "äußerst unsicher". Fraglich sei vor allem, wie sich die Ölpreise und in deren Gefolge die Preise der anderen Energieträger entwickeln werden. Hinzu kämen die möglichen Auswirkungen des zum Jahresanfang gestarteten EU-weiten Emissionshandels und der Tätigkeit der vermutlich zur Jahresmitte 2005 startenden Regulierungsbehörde für den deutschen Strom- und Gasmarkt.

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