VEA-Studie

Preisunterschiede von bis zu 150 Prozent: Netznutzung bleibt teuer

Die Strompreise in Deutschland steigen wieder. Laut Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) liegen die Hauptursachen dafür im fehlenden Wettbewerb und der Marktmacht weniger großer Anbieter. Sie könnten über die Entgelte für die Netznutzung Konkurrenzangebote künstlich verteuern und damit für den Kunden unattraktiv machen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Verband belegt das mit seinem neuesten Preisvergleich der Netznutzungsentgelte. Die durchschnittlichen Transportkosten für mittelständische Unternehmen halten demnach ihr hohes Niveau von 2,92 Cent pro Kilowattstunde. "Ohne einen diskriminierungsfreien und kostengünstigen Netzzugang hat der Wettbewerb auf dem Strommarkt keine Chance", lautet die Einschätzung von Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Immer noch gelingt es einer Vielzahl von Versorgungsunternehmen, mit Hilfe überhöhter Durchleitungsentgelte den Wettbewerb zu verhindern."

In dem bisher umfangreichsten Preisvergleich sind die aktuellen Netznutzungsentgelte von 868 Netzbetreibern in Deutschland berücksichtigt. Ebenso bedenklich wie die Höhe der Entgelte seien die großen regionalen Unterschiede der Durchleitungskosten. So sind die Netznutzungsentgelte im Übertragungsnetzbereich von RWE und EnBW sehr viel günstiger als bei E.ON und Vattenfall. Im Einzelfall sind Preisunterschiede von 150 Prozent zwischen den einzelnen Netzbetreibern zu beobachten.

Bei den zehn teuersten Netzbetreibern müssen Unternehmen mit einem mittelspannungsseitigen Netzzugang durchschnittlich 4,28 Cent pro Kilowattstunde für die Durchleitung zahlen, während dieselbe Leistung bei den zehn günstigsten Netzversorgern lediglich 2,20 Cent pro Kilowattstunde kostet. "Diese gewaltigen Preisunterschiede sind nicht mit strukturellen Unterschieden erklärbar. Vielmehr nutzen einige Versorger ihr Netzmonopol zur Abschottung des Markts aus", beklagt Stuke. Nach Einschätzung des VEA ist zu befürchten, dass Veränderungen am unbefriedigenden Status quo erst von der neuen Regulierungsbehörde Mitte des Jahres herbeigeführt werden.

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