Über Inflationsrate

Preistreiber Energie: Anstieg der Wohnnebenkosten beschleunigt

Wie das ifs Städtebauinstitut in dieser Woche mitteilte, stiegen die Wohnnebenkosten um 2,2 Prozent und lagen damit erneut deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von 1,5 Prozent. Bereits im Vorjahr hatten die Wohnnebenkosten mit 1,6 Prozent stärker als die Lebenshaltungskosten mit 1,1 Prozent zugenommen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die steigenden Energiekosten haben das Wohnen zur Miete in diesem Jahr erheblich verteuert. Wie das ifs Städtebauinstitut in dieser Woche mitteilte, stiegen die Wohnnebenkosten um 2,2 Prozent und lagen damit erneut deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von 1,5 Prozent. Bereits im Vorjahr hatten die Wohnnebenkosten mit 1,6 Prozent stärker als die Lebenshaltungskosten mit 1,1 Prozent zugenommen.

"Preistreiber bei den Nebenkosten sind im fast abgelaufenen Jahr mit deutlichem Abstand flüssige Brennstoffe, also insbesondere Heizöl", erläuterte ifs-Chef Stefan Jokl. Aber auch die Strompreise hätten erneut deutlich angezogen. Heizöl habe sich um 11,9 Prozent und Strom um 4,0 Prozent verteuert. Die Preise für Frischwasser und Abwasser seien um 2,7 beziehungsweise 2,9 Prozent gestiegen. Moderat ausgefallen seien die Preisanstiege für die Müllabfuhrgebühren mit 1,5 Prozent und für feste Brennstoffe mit 0,9 Prozent. Bei Gas habe die Steigerung nur noch 1,0 Prozent betragen, nach einem allerdings deutlich überproportionalen Plus um 5,0 Prozent im Jahr zuvor. Bei Gas müsse aber in den nächsten Monaten mit einer stärkeren Zunahme der Kosten gerechnet werden, sagte Jokl.

Ebenfalls verlangsamt hat sich der Anstieg der Mieten. Laut ifs lag er mit 0,8 Prozent 2004 nur etwa halb so hoch wie die Zunahme der Lebenshaltungskosten. In vielen Regionen, insbesondere in den Ballungsräumen, hätten die Mieten allerdings wieder deutlich stärker angezogen. In Regionen mit Wohnungsleerständen seien andererseits Mietrückgänge festzustellen. 2003 hatten sich die Mieten noch im Gleichschritt mit den Lebenshaltungskosten um 1,1 Prozent verteuert.

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