Atomkraftwerk in Grenznähe

Polnischer Politiker: AKW wird keine Gefahr für Brandenburg

Die polnische Grenz-Wojewodschaft Westpommern hält an ihren Bemühungen zur Ansiedlung eines Atomkraftwerks fest. "Ich finde, dass ein Atomkraftwerk keine Gefahr für die Interessen Brandenburgs darstellt", sagte Wojciech Drozdz vom Wojewodschaftsvorstand in Szczecin (Stettin) der Nachrichtenagentur ddp.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Szczecin (ddp-lbg/red) - Die polnische Regierung plant, bis 2020 zwei Kernkraftwerke zu bauen. Bisher seien noch keine Entscheidungen über Standorte gefallen. "Für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region ist es wichtig, dass eines dieser Kraftwerke hier entsteht", sagte Drozdz.

Polen setze auf modernste Technologie

Der Vorstand der Wojewodschaft habe nach einer Beratung mit Kommunen und Landkreisen mehrere mögliche Standorte aufgezeigt. Darunter sei auch die an der Oder gelegene Stadt Gryfino, die in Nachbarschaft zum deutschen Nationalpark Unteres Odertal liegt. Mehrere Gemeinden hätten sich zudem gemeldet und Grundstücke für den Bau angeboten. Auch Nachbar-Wojewodschaften würden sich um Ansiedlungen bemühen.

"Sobald eine Entscheidung getroffen ist, werden wir selbstverständlich gemäß dem europäischen Recht auch an Brandenburg herantreten", versicherte Drozdz. Dabei gehe es unter anderem um die Umweltverträglichkeit. Er führte an, dass die Wojewodschaft eine "moderne Anlage mit moderner Technologie" ähnlich den französischen Kernkraftwerken favorisiere. "Wir werden auch weiterhin gutnachbarschaftliche Beziehungen pflegen", sagte er.

Brandenburg gegen AKW in Grenznähe

Seitdem die polnischen Pläne Ende Februar bekanntwurden, hatte es Kritik aus Brandenburg gegeben. Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) hatte geäußert, dass das Bundesland kein Interesse an einem AKW in Grenznähe habe. Sollten solche Vorhaben umgesetzt werden, würde Brandenburg "in der gebotenen Form" seine Einwände gegenüber der polnischen Regierung darlegen.

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