Festgenommen

Polizisten wollten Atommüll aus Tschernobyl verkaufen

In der Ukraine sind nach Medienberichten vier Polizisten festgenommen worden, die offenbar 25 Tonnen radioaktives Material vom Gelände des Atomreaktors in Tschernobyl verkaufen wollten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Moskau (afp/red) - Wie das ukrainische Internet-Nachrichtenportal MIGnews.com.ua am Mittwoch berichtete, waren die vier Polizisten mit der Sicherheit auf dem Gelände des vor 23 Jahren explodierten Reaktors in Tschernobyl betraut. Sie hätten einen Lastwagen mit 25 Tonnen vom Gelände fahren lassen und damit ihre Vorschriften verstoßen. Sie seien bereits am vergangenen Donnerstag festgenommen worden.

Wie der russische Radiosender Moskauer Echo meldete, lag die Strahlung des Materials um ein 13-faches über dem zugelassenen Grenzwert. Strafermittlungen seien eingeleitet worden. Die Explosion des Atommeilers im April 1986 ist die größte Reaktorkatastrophe der Geschichte. Große Teile Europas, vor allem aber die damaligen Sowjetrepubliken Ukraine, Weißrussland und Russland, wurden radioaktiv verseucht.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomkraft

    Deutschland unterstützt Kiew weiter bei Tschernobyl-Folgen

    Deutschland will die Ukraine weiter bei der Finanzierung der Folgen des Super-Gaus in Tschernobyl unterstützen. Noch immer wurde die neue Schutzhülle, die vor der radioaktiven Strahlung der dort lagernden Abfälle schützen soll, fertiggestellt.

  • Atomkraft

    Greenpeace: Tschernobyl-Folgen sind noch lange nicht beseitigt

    Die Atomkatastrophe in Tschernobyl liegt bereits 30 Jahre zurück. Der Kampf mit den Folgen ist jedoch längst nicht beendet. Unter dem "Sarkophag" lagert der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge fünfzehnmal mehr radioaktiver Müll als in allen deutschen Atomkraftwerken zusammen.

  • Stromnetz Ausbau

    Gazprom droht Weißrussland mit Lieferkürzung bei Gas

    Gazprom droht Weißrussland mit einer Kürzung der Gaslieferungen. Die Schulden Weißrusslands beliefen sich auf 244 Millionen Dollar (175 Millionen Euro), sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Freitag bei der Hauptversammlung von Gazprom in Moskau. Auch die Ukraine werde im Juli Schwierigkeiten mit dem Bezahlen haben.

  • Strom sparen

    Reaktor in russischem AKW nach Panne abgeschaltet

    Nach einer Panne in einem Atomkraftwerk im Nordwesten Russlands wurde ein Reaktor der Anlage vorübergehend abgeschaltet. Nach einem Ausfall an einem Generator am Donnerstag sei Block Nummer drei des AKW Kalinin in der Nähe der Stadt Udomlia ausgeschaltet worden, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax am Freitag den Chef der Anlage, Leonid Martinowtschenko.

  • Strom sparen

    Castor-Transport entfacht die Diskussion über Atommüll-Lager

    Der von zahlreichen Protesten begleitete Castor-Transport ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben belebt die Diskussion über die Nutzung der Atomkraft und die Lagerung der dabei produzierten Abfälle. Streitthema bleibt, ob Gorleben als Endlager freigegeben oder nach Alternativen gesucht werden soll.

Top