Befürchtungen

Plutoniumhaltige Brennelemente aus Sellafield erwartet

Die Hinweise auf einen wohl im September bevorstehenden Transport plutoniumhaltiger Brennelemente ins niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln mehren sich. Die Brennelemente sollen aus Sellafield stammen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Cuxhaven/Grohnde (ddp/red) - Nachdem zuvor schon die Umweltschutzorganisation Greenpeace darauf hingewiesen hatte, haben jetzt auch Grüne und Bürgerinitiativen auf einen möglicherweise bevorstehenden Atomtransport aus Großbritannien aufmerksam gemacht. Der Transport plutoniumhaltiger Mischoxid-Brennelemente aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield könnte im September über den Cuxhavener Hafen abgewickelt werden, teilte die Landtagsfraktion der Grünen am Montag in Hannover mit.

Das Göttinger Anti-Atom-Plenum warnte, die Mischoxid-Brennelemente seien "besonders brisant", weil sie einen hohen Plutonium-Anteil enthielten. Daraus könne mit relativ wenig Aufwand atomwaffenfähiges Material gewonnen werden.

In Cuxhaven habe es kürzlich eine Polizei- und Feuerwehrübung zum Transport radioaktiver Stoffe gegeben, sagte der Grünen-Abgeordnete Hans-Jürgen Klein. Ein Atomumschlag im Cuxhavener Hafen sei unvereinbar mit den touristischen Interessen der Stadt und des Landkreises Cuxhaven und könne dem Ansehen des Wattenmeers als Weltnaturerbe schaden. In einer Anfrage an die Landesregierung verlangen die Grünen Aufklärung über den Transport.

Das AKW Grohnde ist seit 25 Jahren in Betrieb. Der Betreiber will das Jubiläum am 12. August mit einem Festakt feiern, zu dem auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) erwartet wird. Das Anti-Atom-Plenum erklärte, in dem Reaktor hätten sich seit der Inbetriebnahme 210 Pannen ereignet. Dem Umweltministerium in Hannover zufolge waren die Zwischenfälle bis auf eine Ausnahme aber nicht sicherheitsrelevant.

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