Plädoyer

Platzeck: Steinkohle-Fehler bei Braunkohle nicht wiederholen

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat ein Bekenntnis zur weiteren Braunkohleförderung abgegeben. Im Falle der Braunkohle dürfe der Fehler mit dem Totalausstieg aus der Steinkohle nicht wiederholt werden, so der Politiker.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp/red) - Das sagte Platzeck am Dienstag anlässlich der Präsentation einer von der Deutschen Bank erarbeiteten Studie "Aufbruch Ost".

Der Vorsprung, den Brandenburg bei der Braunkohletechnologie habe, sollte nicht leichtfertig preisgegeben werden. Dagegen sei der Totalausstieg bei der Steinkohleförderung etwas gewesen, "was uns vielleicht noch einmal schmerzt", sagte er. Die Entscheidung der Bundesregierung gegen die Steinkohle sei unter finanziellen Gesichtspunkten gefallen. Angesichts der Entwicklung bei den Weltmarktpreisen könne es durchaus wieder andere Einschätzungen geben, sagte er. Dann aber könnte es zu spät sein. Brandenburg steuere die Kohlendioxid-Abtrennung an. Damit würde nicht nur die Braunkohleindustrie, sondern auch die Stahl- und Zementindustrie umweltfreundlicher.

Wie Platzeck weiter sagte, erwarte er nach dem Krisenjahr 2009, in dem Brandenburg relativ glimpflich davongekommen sei, für 2010 und 2011 "schwierige Zeiten". Brandenburg könne froh sein, dass es im Gegensatz zu anderen neuen Bundesländern mit Berlin ein wirtschaftsstarkes Gebiet im Zentrum habe. Platzeck verwies auch auf den drohenden Fachkräftemangel. In absehbarer Zeit fehlten im Land rund 200.000 Fachkräfte. Das betreffe vor allem den ingenieurtechnischen, naturwissenschaftlichen und gewerblichen Bereich.

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