Plambeck Neue Energien AG: Mit regenerativen Energien auf Wachstumskurs

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Plambeck Neue Energien AG, Cuxhaven, entstand im Jahr 1998 aus der 1995 gegründeten Windpark Marschland Betriebsführungsgesellschaft mbH, damals eine 100-prozentige Tochter der Plambeck ContraCon AG. Das Kerngeschäft der Plambeck Neue Energien AG ist Projektierung, Errichtung und Betrieb von Windparks zur Stromerzeugung. Dazu gehören die systematische Akquisition von windenergietauglichen Standorten, der Abschluss von Verträgen mit den Grundstückseigentümern, das Einholen von Gutachten über das Windpotential und die Energieertragskraft, die Sicherstellung der Finanzierung, die Erstellung des Projekts als Generalunternehmer und die Gründung von Kommanditgesellschaften, die die Windparks betreiben und den dort erzeugten Strom vermarkten. Mit dem Geschäftsbereich Stromerzeugung erwirtschaftete Plambeck 1999 einen Umsatz von etwa 110 Millionen DM, der sich im Jahr 2000 in etwa verdoppelt haben dürfte. Für das Servicegeschäft rechnet Plambeck mit einem Umsatz von mehr als 1,5 Millionen im Jahr 2000. Derzeit beschäftigt das Unternehmen etwa 70 Mitarbeiter.


Ende 2000 sind in Deutschland etwa 8800 Windkraftanlagen installiert, deren Zahl in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter steigen wird. Die Plambeck Neue Energien AG hat zur Zeit zehn Windparks mit 100 Anlagen und einer installierten Leistung von 84 Megawatt (MW) in Betrieb. Weitere fünf Windparks werden Anfang 2001 umgesetzt. Neben den umfassenden Aktivitäten an Land plant Plambeck ein Offshore-Projekt in der Nordsee, denn auf hoher See weit vor den Küsten, wo der Wind seine volle ungebremste Kraft entwickelt und riesige Flächen genutzt werden können, sieht das Unternehmen die Zukunft der Windkraft. Das erste Offshore-Projekt "Borkum Riffgrund" liegt in der Nordsee außerhalb der 12-Seemeilen-Zone in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Bundesrepublik Deutschland. Der Planungsraum befindet sich östlich des Borkum Riffgrundes in einer Entfernung von 38 Kilometern zur Insel Borkum und 34 Kilometern zur Insel Juist. Das Genehmigungsverfahren für den Windpark ist eingeleitet. Genehmigungsgrundlage ist die Seeanlagenverordnung. Zuständige Genehmigungsbehörde ist das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, Hamburg.


Neu hinzugekommen ist der Service für Betreiber von Windparks, der "Plambeck-Service". Hier werden Service, Wartung und Pflege von Windparks offeriert. Neue Aktivitäten entfaltet das Unternehmen zudem im Bereich Biomasse, wo der Bau von Biomassekraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung auf der Basis von Holz ansteht. Für das erste Projekt, ein Biomasse-Kraftwerk in Silbitz (Thüringen) mit einer Leistung von 5 MW wird der Baubeginn Mitte 2001 erwartet. Auch das Geschäftsfeld Kapitalvertrieb für Windparkfonds ist neu aufgebaut worden. Bisher hatte die Plambeck Neue Energien AG als Emissionshaus mit großem Erfolg Windparkfonds initiiert. Der Vertrieb des Eigenkapitals erfolgte überwiegend durch die Umweltbank, Nürnberg. Der Windpark "Wanna/Staßfurt" ist das erste Projekt, das vom Plambeck-Kapitalvertrieb direkt abgewickelt wurde. Dabei stützte sich der Vertrieb auf Direktkunden ebenso wie auf Vertriebspartner.


Plambeck befindet sich darüber hinaus auf Wachstumskurs: Am 17. November hat das Unternehmen die Norderland Nature Energy AG übernommen. Die Norderland Nature Energy AG ist seit 1991 in der Projektierung und Umsetzung von Windparks tätig. Sie verfügt über ein Projektportfolio mit mehr als 170 Anlagenstandorten mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer halben Milliarde DM, dessen Umsetzung in Windparks in den Jahren 2001/2002 gesichert ist. Hinzu kommen gesicherte Auslandsprojekte, in unterschiedlichen Akquisitionsstadien. Die bisherigen Aktionäre des in Hamburg und Westerholt/Ostfriesland angesiedelten Unternehmens erhalten 3 750 000 Aktien aus dem genehmigten Kapital der Plambeck Neue Energien AG. Auch im Bereich der Solar-Energie hat sich die Plambeck Neue Energien AG im Sommer 2000 an zwei zukunftsorientierten Unternehmen beteiligt. Die Beteiligungen an der S.E.T. Solar Energie-Technik GmbH, Altlußheim und an der Nova Solar GmbH, Neulußheim betragen jetzt jeweils 50 Prozent. Die Solar Energie-Technik GmbH stellt Anlagen der Solarthermie und der Photovoltaik her. Nova Solar ist international einer der Technologieführer in der Herstellung von Absorbern, den Herzstücken von Anlagen der Solarthermie.


Bei der internationalen Expansion stehen die Staaten Mitteleuropas im Vordergrund. Konkret bearbeitet Plambeck Projekte in Polen, Irland, Spanien und der Türkei. Dieses geschieht in Zusammenarbeit mit örtlichen Fachleuten in der Regel vom Unternehmenssitz in Cuxhaven. In Polen allerdings sind die ersten beiden Projekte bereits so konkret, dass dort zusammen mit der in Stettin ansässigen Salomon Industries das gemeinsame Tochterunternehmen "Plambeck New Energy" gegründet wurde. Es ist vorgesehen, in den Jahren 2001 und 2002 in Polen die ersten beiden Windparks mit einem Investitionsvolumen von zusammen etwa 110 Millionen DM zu bauen und in Betrieb zu nehmen.


Das Unternehmen strebt jetzt eine forcierte Expansion im In- und Ausland an. Die neuen Betätigungsfelder Biomasse und Solar-Energie sollen zusätzlich zu profitablen, wachsende Geschäftsbereichen ausgebaut werden. Service und Eigenkapitalvertrieb treten an, ihre Marktposition deutlich auszubauen.

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