Feldversuch

Pilotprojekt zeigt hohe Akzeptanz für variable Strompreise

Der Mannheimer Energieversorger MVV sieht in variablen Strompreisen einen wichtigen Baustein für die Energiewende. Ein entsprechender Feldversuch im Rahmen des Projekts "Modellstadt Mannheim" ("moma") sei bei den Verbrauchern auf große Resonanz gestoßen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Energieeffizienz© Stefan Redel / Fotolia.com

Mannheim (dapd/red) - An den drei moma-Feldtests nahmen den Angaben zufolge insgesamt rund 1.000 Mannheimer Haushalte teil. Sie konnten ihren Verbrauch in Zeiten mit viel regenerativem Strom im Netz und günstigem Preis verlagern und dadurch Geld sparen. Zugleich trugen sie damit zur Integration der erneuerbaren Energien ins Netz und zur Stabilität des Stromnetzes bei.

Auf wechselnde Preise reagieren

Diese Haushalte hatten die Möglichkeit, auf einen wechselnden Strompreis mit einer Verschiebung ihres Stromverbrauchs zu reagieren. Im Durchschnitt hatte eine Preisveränderung um 100 Prozent eine Verschiebung von 11 Prozent des Strombedarfs zur Folge. Unter bestimmten Bedingungen erhöht sich dieser Wert auf bis zu 35 Prozent. Ein "Energiebutler" unterstützte die Haushalte bei dieser Verschiebung. Er steuerte in den Mannheimer Haushalten einen Teil des Stromverbrauchs. So startete das Gerät etwa die Wasch- oder Spülmaschine zu Tageszeiten, in denen die Kilowattstunde besonders preiswert war.

90 Prozent würden variable Preise beibehalten

"Die allermeisten unserer Teilnehmer würden ein solches System gerne auch in Zukunft nutzen", sagte moma-Projektleiter Robert Thomann. Mehr als 90 Prozent von ihnen wünschten sich auch im Alltag variable Strompreise, um durch ihr Verhalten Geld sparen zu können. Viele Menschen würden für eine entsprechende automatische Steuerung auch Geld bezahlen.

Das Projekt zeige, dass auch mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien eine effiziente, stabile und kostengünstige Energieversorgung sichergestellt werden könne, erklärte Werner Dub vom Vorstand der MVV Energie AG. Dazu müssten die Strukturen und Abläufe in der Energiewirtschaft angepasst werden. Es liege nun an den Marktakteuren, diese Aussagen für sich zu nutzen.

Das vom Bundeswirtschafts- und dem Bundesumweltministerium geförderte Projekt "moma" endet im Frühjahr nach einer Laufzeit von knapp vier Jahren.

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