In Heidelberg

Pilotprojekt: Rechnung inklusive Stromspartipps

Im Juli 2006 haben mehr als 6000 Kunden der Stadtwerke Heidelberg anlässlich eines Modellversuchs eine ergänzte "informative Stromrechnung" erhalten, die Vergleichsinformationen und Hinweise zum stromsparenden Verhalten bietet. Sie soll zu mehr Energieeffizienz in privaten Haushalten führen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Die Stadtwerke Heidelberg zeigen sich von ihrer innovativsten Seiten und haben gemeinsam mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) einen Modellversuch gestartet. Im Juli erhielt ein Teil der Haushaltskunden eine um Vergleichswerte ähnlicher Haushalte ergänzte Stromrechnung, die zusätzlich Tipps zum effizienten Umgang mit Strom erhielt und auf die Beratungsangebote der Stadtwerke und der regionalen Energieagentur verweist.

Die rein zahlenmäßige Darstellung von verbrauchten Kilowattstunden scheint für die privaten Stromnutzer nicht ausreichend zu sein, begründen die Initiatoren des vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekts. Untersuchungen würden belegen, dass die meisten Verbraucher in Deutschland ihren Stromverbrauch nicht kennen. Wichtig sei vor allem der zu zahlende Kostenbetrag ganz unten auf der Rechnung - solange keine Nachzahlungen anstünden oder der monatliche Abschlag gleichbleibe, werde die Rechnung meist abgeheftet ohne weiter darüber nachzudenken.

Da die im Mai 2006 verabschiedete EU-Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen jedoch verständliche Abrechnungssysteme fordert, müssen sich die Versorger mittelfristig umstellen. Ein Vorschlag sieht vor, die Rechnungen um hilfreiche Informationen zu ergänzen. Ziel des Modellversuches ist es nun, ein für die Versorger möglichst einfach in die Rechnungserstellung zu integrierendes und kostengünstiges Instrument zu entwickeln, welches den Stromkunden trotzdem nicht nur allgemeine Informationen zum Stromsparen bietet, sondern auch individuelle Rückmeldungen zum eigenen Stromverbrauch gibt.

Die zweiseitige Beilage zur Stromrechnung enthält deshalb als erstes eine Tabelle mit Vergleichswerten von Stromverbräuchen gleicher Haushaltsgröße. Es werden Vergleichwerte mit und ohne elektrische Warmwasserbereitung angegeben. Zusätzlich erhalten die Kunden mit einer Abbildung Hilfestellungen, wo sie den eigenen Verbrauchswert in ihrer Rechnung finden. Im Herbst 2006 sollen die Stadtwerke-Kunden befragt werden, ob diese informativen Stromrechnungen für sie hilfreich und verständlich waren. Erste Forschungsergebnisse werden Ende 2006 erwartet.

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