In München

Pilotprojekt: Kältebedarf für Klimaanlage aus Grundwasser

Im Rahmen eines Pilotvorhabens wollen die Münchner Stadtwerke Grundwasser für die Bereitstellung von Fernkälte für ein Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group nutzen. Im Vergleich zur konventionellen Kälteerzeugung sollen jährlich sieben Millionen Kilowattstunden Strom eingespart werden. Das Umweltministerium fördert das Vorhaben mit 345 000 Euro.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Bundesumweltministerium fördert ein Vorhaben der Stadtwerke München, mit dem die Kälte des Grundwassers für eine Klimaanlage genutzt werden soll. Mit diesem Verfahren kann infolge von Stromeinsparung gegenüber der herkömmlichen Kälteerzeugung für solche Anlagen der Kohlendioxid-Ausstoß um mehr als 4500 Tonnen pro Jahr gemindert werden. Für diese Pilotprojekt stellt das Bundesumweltministerium knapp 345 000 Euro aus dem "Investitionsprogramm zur Verminderung von Umweltbelastungen" bereit.

Im Rahmen eines Pilotvorhabens wollen die Münchner Stadtwerke Grundwasser für die Bereitstellung von Fernkälte für ein Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group nutzen. Das benötigte Grundwasser wird aus acht Sammel- und Verteilstollen (Dükern) der Münchner U-Bahn, in denen Grundwasser transportiert wird, entnommen. Im Vergleich zur konventionellen Kälteerzeugung, d.h. zur Kühlung mittels herkömmlicher Kompressionskältemaschinen, werden jährlich sieben Millionen Kilowattstunden Strom eingespart.

Das auf der Stauseite entnommene Grundwasser wird über eine neu zu verlegende, etwa 4,6 Kilometer lange Rohrleitung zum Forschungs- und Innovationszentrum transportiert. Das Grundwasser wird mit einer Temperatur von zehn bis zwölf Grad entnommen und - nach Nutzung der Kälte - mit etwa 17 Grad wieder rückgespeist. Von der Temperaturerhöhung sind keine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser zu erwarten. Es ist vorgesehen, an 8760 Stunden des Jahres knapp 44 000 Megawattstunden Kälte bei fünf Megawatt Kälteleistung bereitzustellen.

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