Pilotanlage erzeugt Energie aus Olivenrückständen

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Die farmatic biotech energy ag aus Nortorf errichtet eine Pilotanlage zur energetischen Verwertung von Olivenrückständen in Jordanien. Die Anlage wurde im Rahmen des Public-Private-Partnership-Programms (PPP) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung realisiert.


Beim Pressen von einer Tonne Oliven fallen etwa 0,5 Tonnen Presskuchen und 1,5 Kubikmeter phenolhaltiges Abwasser an, die bisher nicht aufbereitet werden konnten und Grundwasser und Böden stark belasten. Die von farmatic entwickelte Vergärungstechnik soll diese giftigen Rückstände reduzieren. Die Aufbereitungsanlagen können zur Stromproduktion genutzt werden, so dass die Rückstände einen wirtschaftlichen Wert erhalten. Die geplante Anlage produziert Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung und liefert als Nebenprodukt Dünger.


Das Vorhaben wird gemeinsam mit der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) durchgeführt. "Der Investitionsrahmen beläuft sich auf knapp 1,3 Millionen DM, wovon uns die DEG eine 400 000-DM-Förderung zukommen lässt. Wir wollten das finanzielle Risiko minimieren, dennoch aber eine Forschungs- und Entwicklungsmaßnahme daraus machen", sagt Peter Schrum, Vorstandsvorsitzender von farmatic. Schrum macht deutlich, wie wichtig es ist, eine Lösung für das Problem der Olivenrückstände zu finden: "Wenn wir ein Verfahren erarbeiten, das sich in der Praxis auch großindustriell anwenden lässt, dann rechnen wir mit einem erheblichen Käuferpotential in allen Ländern, in denen Olivenöl produziert wird. Eine Pilotanlage kann dann nicht nur den jordanischen Markt, sondern den der gesamten Mittelmeerländer erschließen." Für Jordanien schätzt Schrum ein Aufkommen von 25 000 oder 30 000 Tonnen pro Jahr. Damit könnten zwei Anlagen ökonomisch betrieben werden.


Bereits im Mai 2000 ging in Amman ein von farmatic entwickeltes Biokraftwerk in Betrieb, das erste im gesamten Nahen Osten. Deshalb hat sich farmatic dazu entschlossen, die Pilotanlage in unmittelbarer Nähe der Biogasanlage zu installieren. In Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern und der Unterstützung aus dem PPP-Programm der Bundesregierung wurde die Planung für das Projekt durch die Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung von farmatic bereits abgeschlossen und mit der Umsetzung begonnen. Wichtiger Aspekt, neben der Entsorgung von Oliven-Rückständen und der Energiegewinnung ist die Reduktion der so genannten Treibhausgase Kohlendioxid und Methan, die bei einer Deponierung unkontrolliert emittieren würden.

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