Zinsgünstige Förderprogramme

Photovoltaik: Weltraumtechnologie fürs eigene Hausdach

Die neuen Module von SunTechnics sollen bis zu 30 Prozent mehr Leistung liefern als herkömmliche Modelle - bei gleicher Fläche. Mit 30 Quadratmetern ist man dabei: Eine solche Fläche genügt in der Regel, um den Energieverbrauch eines Privathaushalts abzudecken.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Sie treiben Raumsonden im All voran und Spezialflugzeuge der NASA: Photovoltaik-Zellen der Superlative. Ab sofort können sich deutsche Hausbesitzer ein Stück der Zukunftstechnologie aufs Dach holen. Mit einem Zellwirkungsgrad von über 20 Prozent stellen die neuen Solarpaneele nach Angaben von SunTechnics einen Weltrekord in der seriellen Produktion auf. Für den Anlagenbesitzer heißt das: Bis zu 30 Prozent mehr Leistung auf gleicher Fläche im Vergleich zu herkömmlichen Modellen.

Ein breiteres Lichtspektrum und ein sehr niedriger Temperaturkoeffizient sollen die höhere Energieausbeute möglich machen. Zudem wird der Strom über Leitbahnen auf der Unterseite der Zellen transportiert, was den Modulen ihre charakteristische Optik verleiht: Dank der Rückseitenkontakte wartet die Neuentwicklung mit einer einheitlichen Oberfläche auf – für farbige Akzente in Tiefschwarz oder klassischem Solar-Blau. Etwa ab 8000 Euro können Hausbesitzer umweltfreundlichen Strom produzieren und ins öffentliche Netz einspeisen. Für den Eigenverbrauch steht wie zuvor der Strom aus der Steckdose zur Verfügung.

Das Sonnenlicht wird von den Solarzellen in Strom umgewandelt, den der Anlagenbesitzer an seinen Energieversorger verkaufen kann: Bis zu 57,4 Cent erhält er für jede Kilowattstunde Solarstrom, die vom Hausdach ins öffentliche Netz fließt. 20 Jahre ist dieser Tarif über das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gesetzlich festgesetzt. Schon eine Fläche von rund 30 Quadratmetern genügt, um mit dem eingespeisten Strom den Energieverbrauch eines Privathaushalts abzudecken. Der Umwelt bleiben dabei über 70 Tonnen Kohlendioxid in 20 Jahren erspart.

Für die Finanzierung der Anlage können Bauherren zinsgünstige Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau nutzen. Individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die Fachunternehmen wie SunTechnics kostenlos und unverbindlich anbieten, sollen Kalkulationssicherheit geben. Die Komplettgarantie von SunTechnics sichert zudem 90 Prozent der prognostizierten Erträge, auch wenn die Sonne mal nicht wie erwartet scheint.

Hintergrund: Photovoltaik-Module sind quasi der Motor einer Solarstromanlage. In Reihen angeordnete Zellen aus speziellem Silizium wandeln das Sonnenlicht in Gleichstrom um – der sogenannte photovoltaische Effekt, der seit Beginn in der Raumfahrt für die Energieversorgung von Sonden genutzt wird. So wurden die Prototypen der Zelle, die in den neuen Modulen von SunTechnics steckt, beispielsweise für den Antrieb des NASA-Solarflugzeugs "Helios" eingesetzt, das im August 2001 in Rekordhöhe flog.

Die in Deutschland gefertigten neuen Photovoltaik-Module von SunTechnics erreichen einen solaren Zellwirkungsgrad von mehr als 20 Prozent. Dies ergab ein Test des National Renewable Energy Laboratory in Colorado, der unabhängigen Prüfstelle für Ergebnisse von Leistungstests. Herkömmliche Modelle verfügen im Durchschnitt über einen Modulwirkungsgrad von etwa 13 bis 15 Prozent. Zum Vergleich: Handelsübliche Glühbirnen etwa wandeln Strom in Licht mit einem Wirkungsgrad von etwa 5 Prozent. Der Gleichstrom, den Solarmodule liefern, wird von einem Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und dann ins öffentliche Netz eingespeist. Bundesweit kommt damit aus jeder Steckdose ein kleines bisschen selbst produzierte Sonnenenergie.

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