"Leicht kontaminiertes Wasser"

Philippsburg-Panne: Müller kritisiert Meldeverhalten

Baden-Württembergs Umweltminister Ulrich Müller hat die Informationspolitik des Energieversorgers EnBW infolge der Panne im AKW Philippsburg kritisiert: "Das Meldeverhalten hat mir nicht gefallen", rügte der CDU-Politiker und kündigte "eine Reihe von Fragen" an den Kraftwerksbetreiber an.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb) - Der baden-württembergische Umweltminister Ulrich Müller (CDU) hat die Informationspolitik des Energieversorgers EnBW bei der jüngsten Reaktorpanne in Philippsburg kritisiert.

"Das Meldeverhalten hat mir nicht gefallen", sagte Müller am Dienstag in Stuttgart. Er werde deshalb mit dem Kraftwerksbetreiber am Mittwoch ein aufsichtliches Gespräch führen und "eine Reihe von Fragen" stellen. Bei einer Routineabschaltung von Block 1 des Atomkraftwerks war in der Nacht auf Sonntag leicht radioaktives Wasser ins Freie und in den Rhein gelangt. Nach Auffassung von Müller war es ein meldepflichtiges Ereignis. Sein Ministerium habe aber nicht rechtzeitig alle Informationen gehabt, um selbst die Öffentlichkeit informieren zu können.

Nach aktuellem Wissensstand ist die Panne laut Müller auf einen Bedienungsfehler zurückzuführen. Bei der Schnellabschaltung des Kraftwerksblocks sei Gas abgelassen worden. Dabei habe kontaminiertes Wasser nachfließen können. 2002 sei radioaktives Reinigungswasser aus dem Kraftwerk in den Rhein gelangt. Damals habe EnBW die Anweisung bekommen, zusätzliche Sicherungen gegen einen solchen Vorfall einzubauen. Auf die Idee, dass Wasser auch bei der Abschaltung freigesetzt werden kann, sei aber niemand gekommen, sagte Müller.

Der Minister betonte, eine Belastung des Flusses mit höher radioaktivem Wasser sei bei diesem Vorfall nicht möglich gewesen. Es sei aber klar, dass Radioaktivität nicht nach außen treten dürfe. Sein Ministerium werde sich den Fall sehr präzise anschauen und eventuell darauf drängen, dass auch dieser Pfad verschlossen wird.

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