Forderung

Pfister: Hälfte der Gewinne aus AKW für Erneuerbare

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat eine mögliche Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke erneut mit der Forderung verknüpft, mindestens 50 Prozent der erzielten Mehrerlöse für die Weiterentwicklung emissionsarmer Technologien und für den Ausbau der erneuerbaren Energien aufzuwenden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Pfister sehe die Kraftwerksbetreiber in der Pflicht, dazu entsprechende Vorschläge zu machen. Eine Laufzeitverlängerung setze zudem voraus, dass auch weiterhin umfassend in die Sicherheit der Anlagen investiert werde. Im Zusammenhang mit der Laufzeitverlängerung sei zudem zwingend und zügig auch die Frage nach einer sicheren Endlagerung der radioaktiven Abfälle zu beantworten.

Energiekonzept Baden-Württemberg

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte das Kabinett diese Woche in Stuttgart das Energiekonzept Baden-Württemberg 2020 verabschiedet. Ausgesprochen wichtig sei es, so Pfister, Energie effizienter zu verwenden und weniger Energie zu verbrauchen. Deshalb strebe die Landesregierung an, die Energieproduktivität im Land bis 2020 im Mittel um mindestens zwei Prozent jährlich zu steigern, den Primärenergieverbrauch zu senken, einen weiteren Anstieg des Stromverbrauchs zu vermeiden und den Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Nettostromerzeugung bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen.

Nur 20 Prozent Ökostrom bis 2020

Neben der Energieeinsparung sei der Ausbau der erneuerbaren Energien ein weiterer Schwerpunkt des Konzepts, deren Anteil an der Stromerzeugung solle bis 2020 auf mindestens 20 Prozent steigen. Dass dieses Ziel unter der Zielmarke der Bundesregierung von 30 Prozent bleibe begründet Pfister damit, dass sich das Land nicht die Stromerzeugung aus Offshore-Windparks anrechnen lassen könne und man im Gegensatz zum Bind nicht von einem sinkenden Stromverbrauch ausgehe.

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